Foto: IMAGO / Laci Perenyi
Wenn es um Einsatz und Härte geht, ist Nikola Katić beim FC Schalke 04 unangefochten. Der Bosnier wirft sich kompromisslos in jeden Zweikampf und verteidigt notfalls bis zur Gehirnerschütterung. Normalerweise gibt es nur einen Grund, warum Katić nicht auf dem Platz steht: eine Sperre. Genau die zwingt ihn nun zu einer Pause, und die kommt für Schalke womöglich zum richtigen Zeitpunkt.
Nach seiner fünften Gelben Karte beim 1:1 in Fürth muss der Abwehrchef am Freitag gegen Bielefeld zuschauen. Auf den ersten Blick schmerzt das definitiv, strategisch könnte es jedoch helfen. Seit der Umstellung auf eine Viererkette wirkt Katić nicht mehr so stabil wie zuvor. Seine größten Stärken, robustes Zweikampfverhalten und enorme Lufthoheit, kamen in der Dreierkette deutlich besser zur Geltung. Dort war er abgesichert und konnte sich auf das konzentrieren, was er am besten kann.
In der Viererkette wird jedoch mehr Tempo gefordert, größere Räume müssen verteidigt werden. Genau hier hat Katić Schwierigkeiten. Er ist kein schneller Innenverteidiger, wirkt häufiger einen Schritt zu spät, wie beim Gegentor in Fürth, und kann seine Kopfballstärke seltener ausspielen. Daraus resultiert schon ein ordentlicher Leistungsabfall. Hinzu kommt die enorme Belastung. Der bosnische Nationalspieler (13 Einsätze) hatte im Sommer und im Winter nur acht Tage Erholung. Seitdem ist er nahezu durchgehend im Einsatz, körperlich wie mental am Limit.
Die Sperre könnte aber allen Beteiligten helfen. Trainer Miron Muslic setzt gegen Bielefeld auf Mertcan Ayhan, der wichtige Minuten sammeln darf. Gleichzeitig kann Katić erstmals seit Wochen durchatmen und ordentlich regenerieren.
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