Foto: Lars Baron/Bongarts/Getty Images
In seinem ersten Jahr in der Bundesliga war Amine Harit ein absoluter Überflieger. Im Juli 2017 war er für acht Millionen Euro Ablöse vom FC Nantes zu Schalke gekommen. Unter dem damaligen Trainer Domenico Tedesco spielte sich Harit zeitweise beinahe in einen Rausch. Der gesamte Verein schwamm auf einer Erfolgswelle, am Ende stand die Vize-Meisterschaft. Nachdem die letzte Spielzeit sowohl für die Königsblauen als auch für den Marokkaner persönlich enttäuschend verlief, scheint nun Besserung in Sicht zu sein.
David Wagners Start auf Schalke ist offenbar geglückt. Dabei hatte es das Auftaktprogramm durchaus in sich. Schalke ließ sich aber nicht vorführen, sondern trotzte dem Europa-League-Teilnehmer aus Gladbach im Borussia-Park direkt ein Unentschieden ab. Die 0:3-Heimniederlage gegen den FC Bayern München war zwar etwas unglücklich, aber einkalkuliert. Beim 3:0 gegen die Hertha fuhr man dann endlich den ersten Dreier der noch jungen Saison ein. Immer in der Startelf stand dabei Harit, der in der Liga bislang auch ohne Scorer-Punkte zu überzeugen wusste. Er zeigte wieder, dass er in der Lage ist, mit seinem hohem Tempo und seiner Kreativität die gegnerische Abwehrreihen vor enorme Probleme zu stellen. Wie für den gesamten Verein war das letzte Jahr insbesondere auch für den offensiven Mittelfeldspieler eines zum Vergessen. In seiner Heimat verursachte er Ende Juni 2018 einen Autounfall, bei dem ein 30-jähriger Fußgänger starb. Zudem sorgte er durch Undisziplinierten außerhalb des Rasens für Negativ-Schlagzeilen und galt daher als Skandal-Profi.
In dieser Saison will sich Harit nun wieder voll und ganz auf den Fußball konzentrieren und an sein starkes erstes Jahr auf Schalke anknüpfen. Da war der 22-Jährige dank seiner Dynamik nicht nur aufgrund von drei Toren und sieben Assists einer der Garanten für den zweiten Platz, zu dem Tedesco die Knappen führte. Vor dessen Nachfolger hat Harit seinen vermeintlich schwierigen Charakter bislang geschickt verborgen. „Alles, was über ihn gesagt und geschrieben wurde, kann ich nicht bestätigen. Amine arbeitet hervorragend“, erzählte Wagner im Anschluss an das Hertha-Spiel bei „Sky“. „Amine will nur spielen. Er strahlt, wenn er Fußball spielen darf. Die Betonung liegt auf spielen“, schob der 47-Jährige nach. In der ersten Pokalrunde sind Harit beim 5:0 gegen den Regionalligisten SV Drochtertersen zwei Vorlagen gelungen. Nach der Länderspielpause hat er beim Gastspiel in Paderborn wohl die Gelegenheit, seine ansteigende Formkurve zu bestätigen und seinen Coach auch in der Liga mit Effizienz zu überzeugen.
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