Foto: Christof Koepsel/Bongarts/Getty Images
Auf Schalke brodelt es vier Tage vor Beginn der Rückrunde. Domenico Tedesco wartet noch immer auf Neuzugänge, während bei kreativen Offensivspielern wie Amine Harit und Yevhen Konoplyanka die Zeichen auf Abgang stehen. Christian Heidel steht unter Zugzwang, muss endlich liefern. Mit der „Sport Bild“ sprach der Sportvorstand jetzt noch einmal über die aktuelle Situation sowie die generelle Entwicklung von Schalke.
„Bayern und Dortmund sind wirtschaftlich weit weg vom Rest der Liga“, sagt Heidel, der sich eher mit anderen Vereinen auf Augenhöhe sieht: „Wir bewegen uns auf einem Gehaltslevel mit Leipzig, Wolfsburg, Leverkusen und Mönchengladbach. Auch diese Klubs qualifizieren sich nicht jedes Jahr für die Champions League.“ Von der Mitgliederanzahl noch auf dem zweiten Platz hinter Bayern München und vor Borussia Dortmund, hat sich Schalke sportlich und wirtschaftlich inzwischen weit davon entfernt – eine bittere Wahrheit für die Anhänger von Königsblau. Dabei sollte Heidel den Revierklub ursprünglich wieder dauerhaft zu einem der besten drei Vereine in Deutschland machen. Bislang ist ihm das aus diversen Gründen jedoch noch nicht gelungen.
„Ich bin nicht zu Schalke gekommen und habe gedacht, es wird ein Zuckerschlecken. Ich kann auch mit Kritik umgehen – solange sie gerechtfertigt ist“, erklärt Heidel. Der Manager trage die Gesamtverantwortung für die schlechte Hinrunde. Genauso habe der 55-Jährige aber auch die Gesamtverantwortung für die vergangene Saison getragen. Mit Blick auf die aktuelle Situation ergänzt Heidel: „Wir wollen nichts schönreden, dennoch muss man den bisherigen Saisonverlauf differenziert betrachten. Wir stehen auch im Achtelfinale der Champions League und im Pokal. Unter Kerngeschäft ist aber die Bundesliga – und da fehlen uns acht Punkte.“
Doch Heidel konzentriert sich bei seiner Arbeit nicht nur auf das Bundesliga-Team – auch mit der Knappenschmiede hat der Sportvorstand viel vor. Das klare Ziel sei: „Wir müssen wieder dahin, Spieler zu bekommen und sie zu formen, um sie dann für hohe Ablösesummen verkaufen zu können. Deswegen investieren wir jetzt zum Beispiel auch so viel Geld in die Infrastruktur der Knappenschmiede, wie niemals zuvor.“
Über seine eigene Zukunft habe sich Heidel, dem zuletzt eine vorzeitige Verlängerung in Aussicht gestellt wurde, derweil noch keine Gedanken gemacht. „Ich habe mich mit dieser Thematik noch nicht eine einzige Sekunde beschäftigt. Wichtig ist, dass wir uns alle bei Schalke über den zukünftigen Weg einig sind. Jetzt geht es aber zunächst nur darum, die aktuelle Bundesliga-Saison zu korrigieren“, findet Heidel.
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