Photo by Christof Koepsel/Getty Images
Nach fünf sieglosen Spielen und dem Verlust der Tabellenführung ist beim FC Schalke 04 die sportliche Lage angespannter geworden – und mit ihr nehmen auch die Nebengeräusche zu. Jüngst kursierte ein Bericht der „Bild“ über angebliche Spannungen in der Kabine. Demnach sollen sich einige Profis daran stören, dass dort häufig Bosnisch oder Kroatisch gesprochen werde und besonders das Wort „Brate“ („Bruder“) öfter falle. Kapitän Kenan Karaman weist diese Darstellung jedoch klar zurück.
„Ich bin jetzt schon so lange auf Schalke dabei. Über derartige Artikel und Berichte kann ich nur Schmunzeln“, sagte der Offensivspieler gegenüber „Sport1“ und sieht hinter solchen Schlagzeilen ein bekanntes Muster: „Das ist doch völlig normal, wenn man in so eine Phase kommt, in der wir uns gerade befinden.“ Die Mannschaft müsse sich vielmehr auf das Sportliche konzentrieren.
Tatsächlich ist Schalke nach starkem Saisonverlauf zuletzt etwas ins Stocken geraten. Der Klub, der im Dezember noch Herbstmeister war, hat seinen Vorsprung auf die Konkurrenz eingebüßt und musste die Tabellenführung an Darmstadt 98 abgeben. Dennoch rangieren die Gelsenkirchener weiterhin auf einem Aufstiegsplatz. Die nächste Chance auf einen Sieg bietet sich am Sonntag im Auswärtsspiel bei Holstein Kiel.
Die Diskussion um angebliche Sprachprobleme hält Karaman für konstruiert. „Ich kann aber versichern, dass weder das Bosnische noch andere Sprachen bei uns ein Problem sind. Wir haben einige Sprachen in der Kabine“, stellte er klar. Tatsächlich ist die Mannschaft sprachlich breit aufgestellt: Neben Spielern mit Balkan-Wurzeln gibt es auch mehrere Profis, die Französisch sprechen – zahlenmäßig sogar mehr als jene, die Bosnisch oder Kroatisch beherrschen.
Trainer Miron Muslic passt sich dieser Vielfalt an. „Sport1“ berichtet, dass er im Training regelmäßig zwischen Englisch, Deutsch und Bosnisch wechselt, um möglichst alle Spieler zu erreichen. Bei einer Einheit unter der Woche soll auf dem Platz jedenfalls keine Spur von schlechter Stimmung zu sehen gewesen sein – im Gegenteil: Muslic lobte lautstark, trieb an und versuchte zugleich, Lockerheit zu vermitteln.
Klar ist dennoch: Mit jedem Spiel ohne Sieg wächst der Druck – und damit auch die Aufmerksamkeit von außen. Für Schalke liegt die einfachste Antwort auf Gerüchte und Diskussionen auf dem Platz. Ein Erfolg in Kiel könnte die Schlagzeilen schnell wieder verändern und den Fokus zurück auf das Sportliche lenken.
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