FC St. Pauli

Nicht nur belgischer Erstligist will St. Paulis Veerman – „In guten Gesprächen“

Aus sportlicher Sicht kam die Corona-Pause dem FC St. Pauli besonders ungelegen. Schließlich hatte man sich in den letzten vier Partien mit zwei Siegen und zwei Remis aus dem Tabellenkeller der 2. Bundesliga befreien können. Derzeit rangiert man mit fünf Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz auf Platz elf. Sportchef Andreas Bornemann will derweil versuchen, aus der aktuellen Krise auch positives zu ziehen.

Bornemann setzt voll auf Luhukay

„Wir waren deutlich erkennbar auf einem stabileren Weg“, analysiert Bornemann im „kicker“-Interview die erfolgreiche Phase zwischen Mitte Februar und Anfang März, in die auch der 2:0-Derbysieg beim Hamburger SV fiel. Der Triumph über den großen Rivalen habe „natürlich Kräfte freigesetzt“ und sei hinsichtlich der Trainer-Frage eine Bestätigung für „die Richtigkeit unserer Entscheidung“ gewesen. Zuvor war man nach vier sieglosen Spielen in Serie zeitweise auf den 15. Rang abgerutscht und Trainer Jos Luhukay massiv in die Kritik geraten. „Es ging ja auch vorher nicht um Treue- oder Lippenbekenntnisse, sondern um Überzeugung“, stellt Bornemann klar. Man war sich „sehr sicher, dass wir unsere Probleme nicht durch einen Trainerwechsel gelöst bekommen, sondern dass wir inhaltliche Lösungen brauchen.“

Konkret meint Bornemann damit die vielen Verletzten, aber vor allem den Trainer. „Er hat große Erfahrung mit vergleichbaren Situationen und ist einfach inhaltlich sehr stark. Jos ist in dieser Phase sehr ruhig geblieben“, weiß der 48-Jährige die Arbeit des Niederländers zu schätzen. Luhukay trainierte bereits Gladbach, Augsburg, Hertha und Stuttgart und stand in Deutschland in über 300 Erst- und Zweitligapartien an der Seitenlinie.

Foto: Thomas F. Starke/Bongarts/Getty Images

„Lage in Nürnberg war angespannter“

Auch Bornemann selbst hatte vor seinem Engagement bei St. Pauli schon einige Stationen hinter sich. Mittlerweile arbeitet er seit 2002 als Sportlicher Leiter, erst beim SC Freiburg, später in Aachen, Kiel und zuletzt in Nürnberg, wo ihm seine Treue zum Aufstiegstrainer Michael Köllner letztlich sogar den Job kostete. Doch in Hamburg stellt Corona natürlich auch für ihn eine ganz neue Herausforderung dar. „Wirtschaftlich war die Lage in Nürnberg sicherlich angespannter, aber noch ist nicht absehbar, welches Ausmaß die aktuelle Situation noch annimmt. Wann geht es weiter? Wie geht es weiter?“

Seine Hoffnung ist, dass viele Klubs „die richtigen Lehren aus der Krise ziehen.“ Denn die Vereine, „die in der Vergangenheit weitsichtig gewirtschaftet haben, kommen nicht nur besser mit der veränderten Situation zurecht, sondern sie können auch gestärkt daraus hervorgehen. Und zu dieser Kategorie würde ich den FC St. Pauli hinzuzählen“, zeigt sich Bornemann optimistisch.

Foto: Cathrin Mueller/Bongarts/Getty Images

13 Spiele, 8 Tore – Veerman überzeugt

Zumindest in Sachen Kader-Planung gehe es darum, „trotz der geforderten Zurückhaltung Dinge voranzutreiben und nicht mit beiden Füßen auf die Bremse zu treten.“ Mit Stürmer Henk Veerman steht laut „Bild“ ein absoluter Schlüsselspieler beim belgischen Erstligisten RSC Charleroi auf dem Zettel. Auch aus der 1. Bundesliga und der englischen Championship soll es Interesse geben. Der 2,01 Meter große Niederländer fiel weite Teile der Hinrunde mit einem Kreuzbandriss aus und kommt nach nur 13 Ligaspielen dennoch auf acht Tore. 2021 läuft der Vertrag des 29-Jährigen aus, mit Wasserstandsmeldungen hält sich Bornemann zurück. „Es macht derzeit wenig Sinn, über einzelne Personalien zu spekulieren. Henk hat bei uns noch einen gültigen Vertrag, und wir sind mit seinem Berater in guten Gesprächen.“