Hannover 96

Dennis Aogo: „Christian Streich hat mich auf die richtige Bahn gebracht“

In seiner bisherigen Fußballkarriere erlebte Dennis Aogo 15 Trainer, mit Interimstrainern waren es schon 20. Mit der „Sport Bild“ spricht der 32-Jährige über seine Erfahrungen, seine Zeit mit Christian Streich und die Gründe für seinen Wechsel zu Hannover 96.

Aogo: „Einer der wichtigsten war Christian Streich“

Kurz vor Ablauf der Transferperiode für die laufende Saison unterschrieb Dennis Aogo einen Einjahresvertrag bei Hannover 96. Zuvor spielte der Verteidiger für Freiburg, den HSV, Schalke 04 und Stuttgart. Der wohl wichtigste Trainer seiner Karriere begegnete ihm schon in der A-Jugend in Freiburg: „Einer der wichtigsten war Christian Streich, mein A-Jugendtrainer beim SC Freiburg. Ich habe früher meine Grenzen ausgetestet und bin das eine oder andere Mal über das Ziel hinausgeschossen. Es gab andere, die aus dem Internat geschmissen wurden. Christian Streich hat aber offenbar menschlich etwas in mir gesehen, was die Situation damals nicht wiedergespiegelt hat. Er hat unermüdlich Grenzen eingefordert und viel Zeit und Mühe investiert, um mich auf die richtige Bahn zu bringen.“

Bevor Aogo 2008 zum HSV wechselte, spielte er in Freiburg unter Volker Finke und Robin Dutt. Diese Zeit prägte den gebürtigen Karlsruher sehr: „Ich bin unter Finke Profi geworden, habe dann aber auch erlebt, was es heißt, einen kleinen Knick zu bekommen. In meiner ersten Profisaison, als ich 17 war, sind wir abgestiegen. Dann habe ich knapp drei Jahre in der zweiten Liga gespielt, und auch nicht immer von Anfang an. Da habe ich schon gemerkt, dass es auch in eine andere Richtung gehen kann. Unter Dutt habe ich mich dann wieder durchgesetzt, bin dann nach Hamburg gewechselt, wo ich zum Nationalspieler gereift bin und meine ersten Länderspiele gemacht habe.“

Wechsel zu Hannover 96: „Mir waren andere Dinge wichtig“

Für Hannover 96 begann die aktuelle Saison nicht wie erwartet. Dennis Aogo erzählt der „Sport Bild“, wie Mirko Slomka mit dem holprigen Start der Mannschaft umgeht: „Er hat keinen Druck an die Mannschaft herangelassen, war klar und ruhig in der Ansprache. Das zeigt seine Erfahrung.“

Von Ende Mai bis Anfang September war Dennis Aogo ohne Klub, beschäftigte sich auch mit dem Gedanken eines Karriereendes. Die Entscheidung zu Hannover 96 zu gehen fiel dem 32-Jährigen dann letztendlich leicht. Die Gründe waren für ihn eindeutig: „Ich hätte definitiv auch ins Ausland gehen und dort international spielen können. Diese Angebote haben wir abgesagt, bevor Hannover 96 gefragt hat. Auch mit dem Wissen, dass vielleicht nichts mehr kommen wird. Mir waren andere Dinge wichtig. Ich muss als Spieler reinpassen, die Vorstellungen müssen sich decken. Hannover ist ein Traditionsverein, das passt zu meiner Vita. Und: eine gute Infrastruktur war mir sehr wichtig. Für meine Frau, meine Tochter Payton und weitere Kinder. Das hat nichts mit Luxus und Lifestyle zu tun. Unsere Kleine wäre vermutlich ohne die medizinische Versorgung, die es in Deutschland gibt, bei ihrer Geburt nicht durchgekommen. Es gab Komplikationen, sie war drei Wochen auf der Intensivstation. Auch deshalb habe ich andere Angebote abgelehnt.“