Photo by Lars Baron/Getty Images
Am Samstag um 20:30 Uhr steigt im ausverkauften Berliner Olympiastadion eines der absoluten Highlights der 2. Bundesliga-Rückrunde. Hertha BSC empfängt Tabellenführer FC Schalke 04 zum Topspiel. Vor über 70.000 Zuschauern will die „Alte Dame“ den Rückstand auf den Herbstmeister verkürzen und ein klares Signal im Aufstiegsrennen senden. Trainer Stefan Leitl blickt der Partie mit großer Vorfreude entgegen, weiß aber genau: Nur eine absolute Topleistung reicht gegen die starken Gelsenkirchener.
Hertha BSC belegt nach 17 Spielen mit 28 Punkten Rang sechs, solide, aber mit Luft nach oben. Die Hinrunde begann schwach, doch dann folgte eine furiose Serie von sieben Siegen in Folge, in der die Defensive phasenweise überragend agierte. Zum Ende hin schlichen sich allerdings wieder Schwächen ein, Niederlage gegen Magdeburg und ein torreiches Remis in Fürth, wo man dreimal in Führung ging, aber nicht gewann. Der Abschluss gegen Arminia Bielefeld endete mit einem ärgerlichen 1:1, in der Nachspielzeit kassierte man den Ausgleich durch Stefano Russo und verpasste damit wichtige Punkte.
Trotz dieser verpassten Chancen blickt Leitl positiv voraus. „Wir sind alle sehr positiv und überzeugt davon, dass wir die Möglichkeit haben, um den Aufstieg zu spielen. Die Hinrunde war okay, aber wir haben uns in die Situation gebracht, dass wir oben mitmischen können“. Vorhersagen für Mai seien in dieser Liga extrem schwierig. Entscheidendes sei: „Woche für Woche Leistung zu bringen und Spiele zu gewinnen. Und wir wollen beginnen mit dem Spiel gegen Schalke.“
Die Rückrunde bietet Hertha die ideale Gelegenheit zur Wende. Mit dem direkten Duell gegen den Tabellenführer startet das Programm anspruchsvoll. Es folgen bald Begegnungen gegen weitere Aufstiegskandidaten wie Darmstadt, Elversberg, Hannover 96 oder Paderborn.
Ausgerechnet in der Woche vor dem Rückrundenstart hat bei Hertha BSC eine Grippewelle zugeschlagen und die ohnehin angespannte Personalsituation weiter verschärft. Bei der ersten Trainingseinheit nach der Rückkehr aus dem Portugal-Trainingslager fehlten am Dienstag Fabian Reese, Márton Dárdai, Leon Jensen und Diego Demme krankheitsbedingt. Demme hatte das Trainingslager bereits größtenteils wegen Kopfschmerzen und Schwindel verpasst, Jensen steckt nach zwei Muskelfaserrissen noch in der Reha und war in Portugal nur teilweise integriert, Dárdai musste wegen des Infekts auch schon beim Testspiel gegen Standard Lüttich (2:3) passen. Zusätzlich fehlen den Berlinern die verletzten Spieler John Anthony Brooks (Sprunggelenk) und Niklas Kolbe (Wade), während Toni Leistner nach seiner Roten Karte im Spiel gegen Arminia Bielefeld (1:1) gesperrt ist.
Etwas Hoffnung gibt es bei Márton Dárdai und Fabian Reese. Beide waren in der Woche angeschlagen, zeigten zuletzt aber Besserung. „Bei Marton ist es ein Ticken besser, er war heute schon beim Training mit dabei. Wir müssen schauen, wie er die Belastung verkraftet hat“, erklärte Leitl. Auch Reese soll individuell trainiert haben und könnte morgen ins Mannschaftstraining einsteigen. Eine hundertprozentige Garantie für einen Einsatz gibt es jedoch nicht.
Sollte Dárdai ausfallen, rückt Pascal Klemens in den Fokus. Der junge Innenverteidiger kehrt nach einer schweren Sprunggelenksverletzung zurück, die ihn monatelang außer Gefecht setzte, inklusive Operation, Krankenhausaufenthalt und Rückschlägen. „Wir sind froh, dass er wieder zurück ist. Es war ein langer Weg, aber er hat sich sehr professionell verhalten“, lobte Leitl den U20-Nationalspieler.
Dawid Kownacki verpasste das gesamte Trainingslager in Portugal krankheitsbedingt, trainierte aber individuell in Berlin. „Er macht einen ordentlichen Eindruck, hat aber noch Nachholbedarf“, so Leitl. Der Pole gilt als Option für die Bank. Stattdessen wird Luca Schuler in der Startelf erwartet .Der Stürmer soll die Lücken schließen, Torgefahr ausstrahlen und ist mit fünf Treffern bisher Herthas bester Torschütze in der 2. Bundesliga.
Trainer Stefan Leitl zollt dem Gegner aus Gelsenkirchen großen Respekt und analysiert ihn sehr detailliert: „Großes Lob an Miron und seine Mannschaft – extrem schwer zu spielen, sehr sehr intensiv, immer bereit, das Tor zu verteidigen, viel Vertikalität, sehr unangenehm für jede Mannschaft.“ Schalke habe in der Hinrunde fast alles richtig gemacht und stehe verdient an der Spitze. Leitl betont, dass die Königsblauen eine kompakte, kampfstarke Einheit bilden, die kaum Räume lässt und mit hoher Intensität agiert. Mit nur zehn Gegentoren in 17 Spielen stellt der S04 die beste defensive der Liga.
Paul Seguin, der im Sommer zu Hertha BSC gewechselt ist, steht vor seinem ersten Duell mit seinem ehemaligen Klub seit dem Transfer. Schon kurz nach seinem Wechsel sorgte er bei Hertha mit einem humorvollen Video für Schlagzeilen, in dem er an einer Mini-Drehorgel die „Steigerlied“-Melodie spielte, bevor Toni Leistner die Drehorgel vom Tisch holte. Für viele Schalker war dies ein weiteres Zeichen dafür, dass die Zusammenarbeit mit Seguin nicht immer reibungslos verlief.
Seguins Zeit bei Schalke war von wiederholten Krankmeldungen und Diskussionen geprägt. Mehrfach musste er kurzfristig Spiele aussetzen, obwohl keine strukturellen Verletzungen festgestellt wurden. Seguin erklärte, dass er alles versucht habe, um für die Mannschaft einsatzbereit zu sein, sein Körper aber manchmal nicht mitspielte.
Hertha-Trainer Stefan Leitl hält Seguin für professionell: „Ich empfinde nicht, dass Seguin nervös durch die Kabine läuft oder sich jetzt besonders auf das Spiel freut. Er ist Profi genug.“ Das Wiedersehen mit Schalke am 17. Januar in Berlin wird für Seguin sportlich und emotional ein besonderes Duell.
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