Maryam Majd/Getty Images
Deutschlandweit haben Fans am Wochenende in allen Profiligen mit einem zwölfminutigen Schweigen gegen geplante Sicherheitsverschärfungen protestiert.
In mehreren Stadien blieben die Kurven bewusst still, um ein Zeichen gegen Maßnahmen wie personalisierte Tickets oder strengere Eingriffe der Politik zu setzen. Auch in Leipzig beteiligten sich zahlreiche Fangruppen und setzten gemeinsam ein geschlossenes Zeichen für den Erhalt der Fankultur.
Bei Hertha BSC beteiligten sich die Anhänger ebenfalls aktiv: Im Olympiastadion wurde das Schweigen von einer Choreografie begleitet, die symbolisch auf politische Entscheidungsträger hinwies.
Im Unterrang wurden die Gesichter von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt, DFB-Sicherheitsbeauftragtem Hendrik Große Lefert und Hamburgs Innensenator Andy Grote gezeigt. Alle drei hielten eine Axt in der Hand, während die Fans auf einem Spruchband fragten: „Soll das die Zukunft des Fußballs sein?“
Geschäftsführer Dr. Peter Görlich äußerte sich bereits unmittelbar nach dem Protestspiel gegen Eintracht Braunschweig.
Er zeigte Verständnis für die Aktion und stellte klar: „Wir haben in den ersten zwölf Minuten erlebt, was wir nicht wollen. Das ist genau das, was wir nicht als Fußballkultur verstehen.“
Für ihn bleibt Protest legitim, solange er friedlich und respektvoll geführt wird: „In der Demokratie ist das letzte Wort nie gesprochen“.
Kurz darauf folgte Hertha-Präsident Fabian Drescher mit einem ausführlichen Statement. Er betonte, dass die Fans „ein Kern unserer Identität“ seien und Mitsprache sowie faire Bedingungen verdient hätten.
Das Präsidium stellte klar: „Sicherheit entsteht durch Dialog, nicht durch Entscheidungen über die Köpfe der Beteiligten hinweg.“ Drescher machte deutlich, dass Hertha auf Zusammenarbeit mit den eigenen Anhängern setzt und sich klar von Gewalt distanziert. Eingriffe in das Stadionerlebnis dürften nicht ohne Beteiligung der Fans entschieden werden.
Görlich ergänzte, dass Hertha intensiv mit Fanvertretungen, DFB, Politik und anderen Vereinen im Austausch steht, um Lösungen zu finden, die Fankultur schützen und gleichzeitig notwendige Sicherheitsstandards berücksichtigen.
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