Hertha BSC

Der Neuanfang nach 777: Hertha BSC will raus aus den Schulden

Werbung

Hertha BSC arbeitet weiter am wirtschaftlichen Neuanfang. Nach Jahren der Misswirtschaft und dem sportlichen Absturz in die 2. Liga verfolgt der Klub unter Finanzchef Ralf Huschen einen klaren Konsolidierungskurs.

Auf der Mitgliederversammlung in der Berliner Messehalle 20 präsentierte Huschen die dramatischen Zahlen der vergangenen Jahre: Rund eine halbe Milliarde Euro Verlust seit 2019/20, dazu Zinsbelastungen von insgesamt 31 Millionen Euro. „Diese Zeit muss vorbei sein“, lautete sein Appell.

In fünf Jahren schuldenfrei

Seit Juli 2024 verantwortet Huschen die finanzielle Neuausrichtung des Vereins. Erste Fortschritte sind sichtbar: Im operativen Bereich konnte Hertha zuletzt ein leicht positives Betriebsergebnis (EBITDA) vermelden – zum zweiten Mal in Folge. Das Ziel ist ambitioniert, aber klar formuliert: In fünf Jahren will der Klub schuldenfrei sein.

Aktuell liegt die Nettoverschuldung noch bei rund 28 Millionen Euro. Huschen zeigt sich dennoch optimistisch: „Das ist schon noch Arbeit. Aber ich bin zuversichtlich, dass wir das hinkriegen.“

Ein zentraler Baustein der Entschuldungsstrategie ist der Umgang mit der 2018 aufgenommenen Nordic-Bond-Anleihe über 40 Millionen Euro. Anfang November startete Hertha ein freiwilliges Teilrückkaufangebot über die BankM, bei dem Gläubiger ihre Anteile bis zum 28. November zurückgeben können.

Ein Zwischenstand wird erst kurz vor Fristende erwartet, Huschen rechnet mit einer Resonanz zwischen 15 und 20 Millionen Euro.

Vollständige Rückführung bleibt Ziel

Parallel dazu hat der Klub die Anleihebedingungen angepasst: Die Laufzeit wurde bis November 2028 verlängert, der Zinssatz von 10,5 auf 6,5 Prozent gesenkt. Der Rückkauf erfolgt zum Nominalwert, zunächst bis zu einem Volumen von 20 Millionen Euro.

Huschen begründete die Entscheidung für einen Teilrückkauf mit der Notwendigkeit, finanzielle Reserven für mögliche Risikosituationen zu schaffen. Dennoch bleibt das übergeordnete Ziel bestehen: „Wir wollen die Anleihe so schnell wie möglich vollständig zurückführen.“

Hertha und die Frage um Eigentümer

Neben der Schuldenfrage beschäftigt Hertha auch die Eigentümerstruktur. Seit dem Zusammenbruch von 777 Partners liegen 78,8 Prozent der KG-Anteile bei der US-Versicherungsgesellschaft A-CAP. Präsident Fabian Drescher betonte, dass ein Rückkauf der Anteile weiterhin angestrebt werde, auch wenn die finanziellen Mittel dafür nicht aus der „Portokasse“ stammen. Ziel sei es, zumindest die Mehrheit der Anteile zurückzuholen.

A-CAP selbst signalisiert Verkaufsbereitschaft. Laut Huschen habe man Hertha „in den Büchern“ und wolle den Klub veräußern. Konkrete Verkaufsverhandlungen gibt es derzeit jedoch nicht. Drescher sprach von einem „guten Austausch“ mit dem aktuellen Anteilseigner und betonte, dass kein akuter Verkaufsdruck bestehe. Wichtig für Hertha: Der Klub besitzt ein vertraglich verankertes Veto-Recht bei der Auswahl eines potenziellen Käufers.

Weitere News und Transfergerüchte rund um den deutschen Fußball findest du hier >>>

Werbung

Ältere Artikel

Kommt ein Rückschlag? Kroos glaubt nicht an Schalke-Aufstieg

Schalke 04 geht als Tabellenführer in die Rückrunde der 2. Bundesliga. Trotz der starken Ausgangslage…

14. Januar 2026

Revanche trotz Formtief ? Köln hat den FC Bayern vor der Brust

Der 17. Spieltag der Bundesligasaison bringt erneut ein Aufeinandertreffen des 1. FC Köln und Bayern…

14. Januar 2026

Schwieriges Auswärtsspiel: Gladbach zu Gast bei der TSG

Zum Abschluss einer turbulenten Hinrunde ist Borussia Mönchengladbach zu Gast beim Überraschungsteam der bisherigen Saison,…

14. Januar 2026

BVB: Beste Hinrunde seit Jahren – trotzdem Unzufriedenheit bei den Fans

Borussia Dortmund hat die Bundesliga-Hinrunde am Dienstagabend mit einem 3:0-Sieg gegen Werder Bremen abgeschlossen. Damit…

14. Januar 2026

HSV: Folgt dieser ehemalige FCB-Funktionär auf Kuntz?

Die Trennung zwischen dem Hamburger SV und Sportchef Stefan Kuntz hat in den vergangenen Tagen…

14. Januar 2026

Duo im Blick: Köln plant Winter-Verstärkungen

Der 1. FC Köln plant im Winter-Transferfenster Verstärkungen für zwei zentrale Positionen. Dabei haben die…

14. Januar 2026

Wir verwenden Cookies, um Ihnen das beste Nutzererlebnis bieten zu können. Wenn Sie fortfahren, diese Seite zu verwenden, nehmen wir an, dass Sie damit einverstanden sind.