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Hertha BSC

Rote Karte gegen Braunschweig: Eichhorn schreibt Geschichte

Kennet Eichhorn, Hertha BSC

Das gab es noch nie! Kennet Eichhorn erlebt eine Saison voller Premieren. Wie auch heute: Beim 1:1 gegen Eintracht Braunschweig hat der jüngste Zweitliga-Debütant von Hertha BSC die erste Rote Karte seiner noch sehr jungen Profi-Karriere eingehandelt. Er schreibt erneut Geschichte.

Gegentor wenige Minuten nach Roter Karte

Damit löst Eichhorn nach über 40 Jahren Dirk Konerding ab. Dieser musste am sechsten Spieltag beim 1:1 seiner Arminia Bielefeld gegen St. Pauli im Alter von 17 Jahren, sechs Monate und vier Tage den Platz verlassen. Weitere 17-Jährige, die mit Rot vom Platz geflogen sind, waren Hannovers Oliver Stoecking (gegen Union Solingen im November 1984 bei der 2:3-Niederlage) und Darmstadts Othmane El Idrissi im August 2024 beim Spiel gegen Fortuna Düsseldorf (0:2). Eichhorn wird im Juli 17 Jahre alt.

Wie hat sich Eichhorn aber die Rote Karte geholt? In der 73. Spielminute ist der Mittelfeldspieler seinem Gegenspieler Florian Flick mit offener Sohle ins Schienenbein gegrätscht. Schiedsrichter Patrick Alt zückte zunächst das Gelbe Karton, ehe sich der VAR einschaltete. Der Referee wurde an den Monitor gebeten, um sich die Szene nochmal anzusehen. Nach kurzer Überprüfung die Entscheidung: „Nach Ansicht der Bilder liegt ein gesundheitsgefährdendes Foul vor. Entscheidung: Rote Karte!“

Mit dem Alter von 16 Jahren ist Eichhorn somit der Jüngste in der zweiten Liga, dem dies je passiert. Routinier Toni Leistner: „Wenn ich es so gesehen habe, dann kommt der Spieler von vorne und Kenny kommt von der Seite. Beide wollen zum Ball gehen. In der Kabine wird gesagt, dass es im Video eher kein Rot ist“, so der Innenverteidiger gegenüber Reportern, darunter Fussballdaten. Er fügt hinzu: „Da kann man darüber streiten, diskutieren, aber bringt ja nichts. Die Karte steht da trotzdem.“

War die Rote Karte gegen Eichhorn gerechtfertigt?

Tjark Ernst sieht die Rote Karte „sehr kritisch“: „Natürlich rauschen sie dann ineinander, aber letztendlich nimmt auch der Gegenspieler von Braunschweig ein gewisses Risiko, weil er da eine Grätsche auspackt“. Zudem kritisiert der Keeper den Einsatz des VARs, da „der Braunschweig-Spieler dann wieder stand“ und alle bereit standen, damit es weitergeht. „Ich weiß jetzt nicht, ob das nötig gewesen wäre,“ so Ernst, der durch starke Paraden auf sich aufmerksam machen konnte.

Ob Eichhorns Platzverweis der Knackpunkt gewesen war für die schlechte Leistung in der zweiten Hälfte, verneint Sportdirektor Benni Weber. Er hat einen anderen Grund: „Natürlich verändert eine rote Karte das Spiel, das ist keine Frage, aber der Knackpunkt ist eher unsere Chancenverwertung“. Zum Foul sagte er: „Ich habe jetzt eben ein paar Bilder gesehen. Ich denke, die muss man leider sagen, kann man in der Form geben, was ich in den Bildern gesehen habe. Trefferbild, gestrecktes Bein, Identität, das sind sicherlich so…“

Trainer Stefan Leitl sagte in der Pressekonferenz: „Es ist natürlich eine Rote Karte. Wir haben uns, oder eher Kenny in diese Situation gebracht, weil wir qualitativ einfach kein gutes Passspiel an den Tag gelegt haben. Kenny hat mit seinem Eifer und seinem Einsatz noch alles versucht und es war eine unglückliche Szene. Ich kann ihm überhaupt keine Absicht unterstellen und natürlich ist Kenny jetzt sehr, sehr angeschlagen und dementsprechend gilt es jetzt für alle von uns, ihn aufzubauen.“