IMAGO / Jan Huebner
Am Samstagabend ereigneten sich verstörende Szenen bei der Partie zwischen Dynamo Dresden und Hertha BSC. Beide Fanlager sind aneinandergestoßen und wurden schließlich von der Polizei getrennt. Ermittlungsverfahren laufen nun.
Sachsens Innenminister Armin Schuster ist der Meinung, dass die Vorfälle sinnbildlich für eine „Gewaltfolklore“ stünden. Seine Geduld sei „endgültig ein Ende“, wie er dem SID sagte. Es waren erschreckende Bilder. Wiederholt wurde Pyrotechnik abgebrannt, es gab körperliche Auseinandersetzungen zwischen Fans im Innenraum des Rudolf-Harbig-Stadions. Das Spiel musste 20 Minuten unterbrochen werden.
Die Polizeidirektion hat am Dienstag ein Update zur Sachlage gegeben. Der Mitteilung zufolge, wurde eine Ermittlungsgruppe unter dem Namen „Fahne“ ins Leben gerufen, bestehend aus 14 Beamten, unterstützt von der Berliner Polizei. Die Aufgabe ist es, „die Abläufe der Ausschreitungen zu erhellen und die Tatverdächtigen für ihr Handeln zur Rechenschafft zu ziehen“, wird Dresdens Polizeipräsident Lutz Rodig zitiert.
Der Polizei liege „mehr als 330 Gigabyte“ Videomaterial vor, die aktuell von Kriminalisten ausgewertet werden, heißt es weiter. Zwischenzeitlich wurden 19 Ermittlungsverfahren eingeleitet. Im Fokus stehen schwerer Landfriedensbruch, Körperverletzungsdelikte, Sachbeschädigungen sowie Beleidigungen.
„Wir werden die Ermittlungen konsequent vorantreiben“, erklärt Rodig weiter. „Bei der Identifizierung der Täter aus dem Umfeld von Hertha BSC zählen wir auch auf unsere Kollegen aus Berlin. Mit Blick auf die Gewalttäter aus Dresden setzen wir unter anderem auf die Fähigkeiten unserer Super-Recognizer“.
Es werde nach Zeugen gesucht, die sich über ein neueingerichtetes Hinweisportal melden können.
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