SpVgg Unterhaching

2000: Unterhaching vs. Leverkusen – Ein Titel-Drama in Sprüchen

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Es war eines der irrsten Meister-Finals der Bundesliga-Geschichte. Am 20. Mai 2000 verhinderten die bereits gesicherten Münchner Vorstädter von der SpVgg Unterhaching mit einem 2:0 (1:0)-Erfolg im Stadion „Am Sportpark“ die sicher geglaubte Deutsche Meisterschaft von Bayer Leverkusen. Der große Nachbar FC Bayern München profitierte von der Schützenhilfe und wurde mit 3:1 über Werder Bremen doch noch Deutscher Meister. Unser Redakteur war damals live am Mikrofon dabei – und präsentiert für Fussballdaten.de zum 25. Jahrestag die besten Sprüche eines epochalen Leverkusen-Dramas.

Mai 2000 – Deutschland sucht den „Millennium Meister“ und zwar in medial turbulenten Wochen zwischen „Big Brother“ aus Köln und Bundesliga aus Leverkusen.

Selbst Entertainer Harald Schmidt wagte sich als Bayer-Fan getarnt ins Leverkusener Stadion. Was sahen er und die 22.550 Zuschauer? Am 33. Spieltag (13. Mai 2000) konnte Bayer Leverkusen den Verfolger Bayern München trotz eines nach der Pause herausgeschossenen 4:1 gegen Eintracht Frankfurt nicht final abhängen.

Haching vs. Leverkusen in Sprüchen: „Wer von der Meisterschaft spricht“…

Das Wort Meisterschaft war nach dem Spiel gegen Frankfurt in der BayArena, wo viele Zuschauer Meisterschalen aus Pappe mitgebracht hatten, tabu. „Wer unter der Woche von der Meisterschaft spricht, wird von mir standrechtlich erschossen“, drohte Leverkusens XXL-Manager Reiner „Calli“ Calmund.

Durchaus berechtigt. Denn die Bayern waren noch da. Also da, wie sie eben immer da sind, wenn man sie im Titelkampf nicht abschütteln kann. Sie gewannen 3:0 bei Arminia Bielefeld, konnten dank der Schützenhilfe der SpVgg Unterhaching immer noch Meister werden.

Unterhaching gegen Leverkusen 2000: „Das gallische Dorf“ holt aus… 

„Das gallische Dorf Unterhaching war ein Biotop im Haifischbecken Bundesliga-Fußball“, erinnerte sich Hachings einziger Bundesliga-Coach Lorenz-Günther Köstner (73) im Jahr 2003 im DFL-Bundesliga-Lexikon (Sportverlag Europa) „zuerst milde belächelt, wuchs doch bei immer mehr Gegnern der Respekt, wenn sie nach Unterhaching mussten. Das galt für Bayern, Dortmund, Hamburg oder auch für Leverkusen. (…)“

  • Besonders für Leverkusen, das mit 3.500 Fans nach Unterhaching gereist war.

Der FC Bayern erhöhte den Druck auf die siegessicheren, aber im Spiel n Unterhaching nie überzeugend wirkenden Rheinländer früh und gewaltig.

  • Nach 16 Minuten stand es in München 3:0.
  • Leverkusen brauchte ein Remis, um Deutscher Meister zu werden. Auf dem kleinen Balkon des Stadions „Am Sportpark“ in Unterhaching sollte die Meisterehrung stattfinden. Die DFB-Meisterschale und auch die von 1903 bis 1944 an die Deutschen Meister vergebene „Victoria“ stand an der Seitenlinie.

Doch Bayer 04 schnappte sie sich nicht…

Ein Eigentor von Bayer Leverkusens Superstar Michael Ballack (20.) leitete die bis 2023 und bis Borussia Dortmund gegen Mainz 05 (2:2) größte Meister-Katastrophe der Liga-Historie ein.

Oben saßen Calmund und LEV-Sportdirektor Rudi Völler mit entgeisterter Miene auf der Tribüne. „Calmund und Völler in der Grundlosigkeit ihrer Sprachfülle“, kommentierte SAT-1-Reporter Werner Hansch fast episch.

„Die Hachinger“, war sich FCB-Mittelfeldrenner Hasan Salihamidzic sicher, „sind auch Bayern, die werden uns helfen.“

Gerüchte, wonach Weißwurst und Bier im Siegesfall in den Münchner Vorort geliefert werden sollten, kommentierte Hachings André Breitenreiter so: „In der Zeitung habe ich nur gelesen, dass Weißbier und Bratwürste bis zum Abwinken angeboten werden. Die Brezeln müssten sie schon noch drauflegen.“ 

Ob das so kam, wissen wir nicht.

Aber: Markus Oberleitner (72.) zog mit einem Kopfball-Tor zum 2:0 sämtlichen Leverkusener Meisterträumen den Stecker.

  • Bayern München wurde mit 3:1 gegen Bremen und dank der um 7 Treffer besseren Tordifferenz zum 16. Mal Deutscher Meister.

Das ZDF schaltete mit Dieter Kürten (90) nach Spielende in die leere BayArena, wo die Fans beim gerade in Mode gekommenen „Public Viewing“ das dramatische Scheitern der Bayer-Elf verfolgt hatten.

Kürten rheinisch-trocken: „Also im Moment… ist hier gar nichts los.“

„Leverkusen ist in ein Loch gefallen und das Sekunden vor dem rettenden Ziel“, bilanzierte Werner Hansch, „Trost… gibt es jetzt sowieso nicht mehr.“ 

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