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Hertha BSC

Klemens auf dem Weg zurück: „Zeit im Krankenhaus ist mir nicht leichtgefallen“

Pascal Klemens, Hertha BSC

Pascal Klemens von Hertha BSC arbeitet sich nach einer schweren Sprunggelenksverletzung, einer Operation und monatelanger Reha, zurück. Im Trainingslager in Portugal sprach der 20-Jährige offen über den Moment der Verletzung, die mentale Belastung und einen Weg zurück, der deutlich komplizierter war als geplant.

Schwerer Rückschlag im Sommer

Anfang Juli verletzte sich Klemens beim Aufwärmen vor dem Testspiel gegen den BFC Dynamo ohne Gegnereinwirkung schwer am Sprunggelenk. Schnell war klar, dass es sich nicht um eine kleinere Blessur handelte. Es folgte eine Operation, der Saisonstart war für den Defensivspieler sofort erledigt. Besonders bitter ist vor allem, dass Klemens sich nach einer Kopfverletzung im März 2025 zurückgekämpft hat und fit in die neue Saison starten wollte.

„Nach der ersten längeren Ausfallzeit hatte ich im Sommer viel dafür getan, dass ich topfit in die neue Saison starten und voll angreifen kann“, sagte er im Interview mit der Vereinswebsite. Umso härter traf ihn der erneute Rückschlag: „Dass dann so schnell und auch noch während des Warm-ups bei einem Testspiel der nächste Rückschlag gefolgt ist, war brutal. Der entscheidende Moment ist immer noch in meinem Kopf präsent.“

Lange Reha, schwere mentale Phase

Die Operation am Sprunggelenk bedeutete für Klemens mehrere Monate Pause, und über 20 verpasste Pflichtspiele. Es war alles dabei: ein Krankenhausaufenthalt, eingeschränkte Mobilität und ein langer Reha-Prozess: „Danach war ich für einige Tage etwas gebrochen, speziell die Zeit im Krankenhaus ist mir nicht leichtgefallen“, erklärte er rückblickend.

Neben den Schmerzen war vor allem der körperliche Abbau schwer zu verarbeiten. „Besonders verrückt war es, meine nicht mehr vorhandene Muskulatur nach einigen Wochen am Bein zu sehen“, sagte Klemens. Immer wieder wurde er in der Reha gebremst, Fortschritte kamen langsamer als erhofft. „Es kamen auch Phasen, in denen ich zwar wollte, aber immer wieder auf unterschiedliche Weise gebremst wurde“. Trotzdem blieb er konsequent. „Du musst dann einfach daran glauben, dass es besser wird und alles dafür tun – was das anbelangt, war ich sehr diszipliniert“, so der Berliner.

Aus dieser harten Phase hat er viel für sich mitgenommen: „Ich habe meinen Körper besser kennen- und Gesundheit zu schätzen gelernt, achte nun auch noch mehr auf bestimmte Dinge wie Regeneration. Mir ist außerdem bewusst geworden, wie sehr es auf Geduld ankommt. Es ging darum, nichts zu überstürzen. Ich glaube, dass ich mit den Ärzten, der Rehaabteilung und den Physios einen ordentlichen Weg gefunden habe. Gleichzeitig habe ich verstanden, dass sich immer wieder neue Chancen auftun, diese gilt es dann zu nutzen.“

Rückhalt aus dem Umfeld

In der langen Ausfallzeit wurde für Klemens sein Umfeld zum entscheidenden Faktor. Familie, Freunde und enge Bezugspersonen halfen ihm durch schwierige Phasen. Gleichzeitig versuchte er bewusst, nicht komplett isoliert zu sein. Früh nahm er wieder Krafttraining auf und suchte den Kontakt zu anderen Menschen.

Auch der Draht zur Mannschaft riss nicht ab. Nachrichten von Mitspielern, Besuche in der Kabine und Einheiten im HerthaMed stärkten sein Zugehörigkeitsgefühl: „Ich war immer im Stadion, bin auch nach Hannover mitgefahren. Du bist trotz der Verletzung weiterhin ein Teil der Mannschaft, fieberst demzufolge mit, kannst nur nicht helfen. Wenn es wie am Anfang nicht so gut läuft, leidest du natürlich genauso wie die anderen. Es hat mir aber definitiv gutgetan, zu den Spielen zu gehen und die Atmosphäre aufzusaugen. Gleichzeitig ist daraus eine Motivation entstanden, alles dafür zu geben, um auch wieder da unten zu stehen.“

Comeback mit offener Zukunft

Kurz vor der Winterpause folgten die ersten Einsätze: beim U23-Spiel gegen Jena, im Profiduell gegen Bielefeld (1:1) und beim Testspiel der Profis gegen Standard Lüttich (2:3), bei dem er die gesamten 90 Minuten auf dem Platz stand. Über die Rückkehr auf den grünen Rasen freute sich Klemens: „Ich habe es doppelt und dreifach genossen.“

Nach dem Jahreswechsel folgte der Abflug ins Trainingslager nach Lagos. „Ein tolles Gefühl! Ich habe im Sommer aus der Ferne draufgeschaut und alles verfolgt, da wäre ich sehr gerne dabei gewesen, obwohl so ein Trainingslager natürlich auch immer anstrengend ist“, erklärte Klemens. „Es hat mir auch gefehlt, diesen normalen Alltag zu erleben. Diese Routinen waren während der Verletzung einfach weg. Die gibt es hier in Portugal. Obendrein haben wir hier Top-Bedingungen. Deswegen freut es mich, dass ich nun wieder Gas geben kann.“

Sein Fokus liegt klar auf der Rückrunde. „Das oberste Ziel ist es, gesund und topfit in die Rückrunde zu starten, Spaß und Leidenschaft zu fühlen und vor allem der Mannschaft zu helfen“, betonte er. Parallel dazu bleibt seine Zukunft bei Hertha BSC offen, denn der Vertrag des U20-Nationalspielers läuft im kommenden Sommer 2026 aus. Gespräche über eine Verlängerung wurden zuletzt vertagt, da die vollständige Genesung im Vordergrund stand.