„Teilweise schwerst verletzte Fans“: Polizeieinsatz vor Hertha gegen Schalke

Vor dem Zweitliga-Topspiel zwischen Hertha BSC und dem FC Schalke 04 ist es im Bereich der Ostkurve zu einem massiven Polizeieinsatz gekommen. Die Fanhilfe Hertha BSC erhebt schwere Vorwürfe und spricht von „massiver Polizeigewalt“ sowie „teilweise sogar schwerst verletzten Fans“.
Festnahmen und Verletzte
Nach Angaben der Fanhilfe habe die Polizei bereits am Zugang zur Kurve „erneut nicht an Absprachen mit dem Verein“ festgehalten und Fans provoziert. „Es folgte dort bereits eine Festnahme ohne ersichtlichen Grund“, heißt es im Statement weiter. Die Situation habe sich anschließend in den Eingangsbereich verlagert. „Mindestens 30 verletzte Fans mussten sich anschließend von den Sanitätern behandeln lassen“, schreibt die Fanhilfe. Weitere Anhänger seien „durch Polizeigewalt schwerst verletzt worden und mussten in die Notaufnahme gebracht werden“.
Die Organisation spricht von einem „Angriff“, der den „traurigen Höhepunkt einer Eskalations- und Provokationsspirale der Polizei im Olympiastadion“ markiere. Gegen wartende Fans sei „anlasslos massive Gewalt ausgeübt“ worden, inklusive „großflächigem Einsatz von Pfefferspray“. Zudem richtet die Fanhilfe deutliche Kritik an die Berliner Politik: „Dass eine Deeskalation von der Einsatzleitung und der verantwortlichen Innensenatorin ganz offensichtlich nicht gewünscht ist, zeigt der heutige Tag.“
Hertha-Fanszene boykottiert
Die Hertha-Fans reagierten geschlossen. Die organisierte Szene verzichtete zunächst vollständig auf Support und verließ nach rund 15 Minuten das Stadion. Auch die Schalker Anhänger schlossen sich an. Der FC Schalke 04 erklärte: „Es wird vorerst keinen organisierten Support aus der Schalker Kurve geben. Vor dem Spiel hat es einen Polizeieinsatz im Heimbereich gegeben.“
Hertha BSC bestätigte die Auseinandersetzung in einer ersten Stellungnahme: „Es gab vor dem Spiel einen Zwischenfall mit der Polizei und unseren Fans vor der Ostkurve. Hintergründe werden noch ermittelt.“ Auf eine Anfrage von Fussballdaten hat die Polizei Berlin bislang noch nicht reagiert.



