Seit November sieglos: Werder Bremen berät über Steffen-Zukunft

Werder Bremen wartet seit nun mehr zehn Bundesligaspielen auf einen Sieg. Trotz des Last-Minute-Unentschiedens gegen Borussia Mönchengladbach muss der bislang in Schutz genommene Trainer Horst Steffen wohl um seinen Job bangen.
Steffen vor dem Aus? Fritz vermeidet Bekenntnis
Schon vor dem Spiel gegen Borussia Mönchengladbach standen die Verantwortlichen von Werder Bremen unter Druck. Das Remis gegen die „Fohlen“ war ein kleines Trostpflaster. Die Sieglosserie hält jedoch an. Trainer Horst Steffen steht deshalb vor einer ungewissen Zukunft. Laut der „Bild“ hätte er am Samstagnachmittag in jedem Fall mindestens einen Punkt einfahren müssen, um im Amt zu bleiben.
Trotz des Unentschiedens vermied Sportgeschäftsführer Clemens Fritz nach dem Spiel ein klares Bekenntnis: „Wir sind alle sehr enttäuscht und müssen das heute erstmal sacken lassen.“ In den kommenden Tagen werde man sich „dann zusammensetzen und besprechen, wie es weitergeht“, kündigte der 45-Jährige an. Selbst auf Nachfrage ließ Fritz Steffens Zukunft offen: „Wir müssen das erstmal sacken lassen und dann analysieren wir das zusammen. Es ist wichtig, dass wir das erst mal für uns einordnen.“ Wie die „Deichstube“ berichtet, gebe es noch keine Entscheidung.
Steffen geht gelassen mit dem fehlenden Bekenntnis um. „Mit mir macht das gar nichts. Ob ich weiterarbeiten darf, hängt nicht von mir ab. Wenn es so ist, dass sich Gedanken gemacht werden, dann ist das so“, sagte der Werder-Coach. Er ist weiterhin überzeugt, genug Argumente für sich zu haben. Ein Rücktritt aus freien Schritten sei derweil keine Option. „Das wird es wahrscheinlich nicht geben. Ich habe eine große Zuversicht in mir und bin überzeugt davon, dass ich hier richtig bin“, so Steffen.
Fans starteten Petition: Auch Fritz in der Kritik
Der 56-Jährige kam im Sommer von der SV Elversberg an die Weser, konnte aber nicht an seine knapp sieben Jahre im Saarland anknüpfen. In 21 Pflichtspielen bei den Grün-Weißen fuhr er im Schnitt nur 0,95 Punkte pro Partie ein. „Wir müssen uns da gemeinsam rausziehen und ich bin überzeugt davon, dass wir das tun werden“, forderte Fritz bereits vor dem Wochenende. Der Verantwortliche weiß, dass es „ein weiter Weg und ein hartes Stück Arbeit“ bevorstehen, gab sich aber zuversichtlich: „Das werden wir angehen.“ Ob dieser Weg mit Steffen gegangen wird, dürfte sich in den kommenden Tagen klären.
Neben dem Übungsleiter ist auch die Zukunft von Sportgeschäftsführer Fritz unklar. Der Ex-Profi steht bei den Fans scharf in der Kritik. Rund 3.600 Anhänger haben in den letzten Tagen eine Petiton mit dem Namen „Genug ist Genug!“ unterzeichnet, die seine Entlassung fordert. Wie Steffen zeigte sich auch Fritz von der deutlich negativen Stimmung aus Fankreisen am Samstagnachmittag noch weitestgehend unbeeindruckt. „Ich denke, es ist normal. Dass die Kritik größer wird, gehört dazu. Der stelle ich mich auch. Damit kann ich umgehen, damit muss ich auch umgehen. Wir brauchen Siege, um uns wieder rauszuziehen“, sagte er bei „DAZN“.
Werder-Präsident stärkt Fritz den Rücken
Werders Präsident Hubertus Hess-Grunewald stellte sich hinter den angezählten Funktionär. Der Verein nehme die ausbleibenden Leistungen und den einhergehenden Frust der Fans „sehr ernst“ und habe die Petition „zur Kenntnis genommen“, denke aber derzeit nicht an eine Trennung, sagte der Aufsichtsratschef der „Deichstube“. Der Bundesligist traut „Clemens [Fritz, Anm. d. Red.] zu, als verantwortlicher Geschäftsführer die richtigen Entscheidungen zu treffen.“
Mit einer Entscheidung auf der Trainerposition ist spätestens bis zur nächsten Woche zu rechnen. Werder Bremen trifft dann auswärts auf den SC Freiburg. Ob Horst Steffen im Breisgau noch an der Seitenlinie stehen wird, ist offen. Der Nordklub hofft – unabhängig davon, wer die Mannschaft betreuen wird – auf den ersten Dreier seit fast drei Monaten. Die Werderaner konnten zuletzt am 7. November gegen den VfL Wolfsburg (2:1) in der Bundesliga gewinnen. Es war der bisher letzte von insgesamt vier Pflichtspielsiegen unter Steffen.



