Neun Talente, ein Ziel: Bayer Leverkusen baut am Meisterteam

Bayer 04 Leverkusen überzeugt seit mehreren Jahren mit einer klaren Transferphilosophie: junge Spieler verpflichten, entwickeln – und im Idealfall gewinnbringend weiterverkaufen. Doch die aktuelle Jugendgarde verfolgt ein größeres Ziel als nur finanziellen Gewinn. Die Talente sollen perspektivisch das Fundament für einen künftigen Meisterkader am Rhein bilden.
Junge Defensive mit erster Spielpraxis
In der laufenden Saison verpflichtete die Werkself neben etablierten Kräften wie Jarell Quansah und Loïc Badé auch mehrere Perspektivspieler für die Abwehr. Viele dieser Neuzugänge warten noch auf ihren Durchbruch im Profikader des Champions-League-Teilnehmers.
Axel Tape ist bislang der Einzige aus dieser Gruppe, der bereits regelmäßig Spielzeit sammeln durfte. Der 18-jährige Franzose absolvierte sieben Partien für die Profimannschaft. Ablösefrei wechselte er von Paris Saint-Germain nach Leverkusen und gilt als eines der spannendsten Defensivtalente im Kader.
Strategisch aufgebaut für die Zukunft
Mit Issa Traoré und Abdoulaye Faye stehen zwei weitere U21-Verteidiger in der Planung. Traoré spielt aktuell für die U19 von Leverkusen und überzeugt insbesondere bei Standardsituationen. Mit 1,94 Metern gehört er schon jetzt zu den kopfball- und zweikampfstärksten Spielern seines Jahrgangs.
Faye misst 1,91 Meter und steht derzeit beim französischen Erstligisten FC Lorient unter Vertrag. Dort kommt der Senegalese – wie Tape – bereits auf sieben Profieinsätze. Zudem kehrte Tim Oermann im Winter vorzeitig von seiner Leihe bei Sturm Graz zurück, nachdem er sich dort als Stammspieler etabliert hatte. Der U21-Nationalspieler war im Sommer vom VfL Bochum verpflichtet worden. Für alle vier Verteidiger investierte Leverkusen insgesamt weniger als fünf Millionen Euro.
Offensivtalente mit ersten Bundesligatreffern
Während die Defensive langfristig Stabilität verspricht, nährt vor allem die Offensive den Titeltraum. Mit Christian Kofane und Montrell Culbreath stehen zwei U21-Stürmer im Kader, die bereits für die Profimannschaft trafen.
Der 19-jährige Kofane absolvierte 18 Spiele für die Werkself und kommt auf drei Tore sowie zwei Vorlagen. In seiner Heimat Kamerun gehört er bereits zum Kreis der A-Nationalmannschaft. Culbreath hingegen absolvierte bislang zwei Einsätze im Profikader, erzielte jedoch bei seinem ersten Bundesligaspiel gegen RB Leipzig direkt einen Treffer.
Leverkusen setzt auf gezielte Leihmodelle
Neben den beiden Angreifern wurden auch Artem Stepanov und Farid Alfa-Ruprecht verpflichtet. Stepanov absolvierte in der vergangenen Saison bereits Pflichtspiele für die Mannschaft, ist in dieser Spielzeit jedoch zunächst an den 1. FC Nürnberg und inzwischen an den niederländischen Erstligisten FC Utrecht verliehen.
Alfa-Ruprecht wechselte für rund 1,3 Millionen Euro von Manchester City an den Rhein. Im vergangenen Sommer verlieh Leverkusen den 19-jährigen Flügelstürmer an den Zweitligisten VfL Bochum, wo er weitere Entwicklungsschritte gehen soll.
Auch im Mittelfeld wächst die nächste Generation
Mit Francis Onyeka steht ein weiteres Offensivtalent in den Startlöchern. Der 18-jährige Deutsche sammelt ebenfalls beim VfL Bochum Spielpraxis und überzeugt dort in 18 Zweitligaspielen mit sieben Toren und einer Vorlage. Zudem gehört Onyeka der deutschen U19-Nationalmannschaft an.
Insgesamt neun Talente zählen aktuell zur Jugendgarde der Werkself. Sport-Geschäftsführer Simon Rolfes verfolgt damit eine klare Vision: Leverkusen will nicht nur wirtschaftlich nachhaltig arbeiten, sondern mit dieser Generation den Kern eines künftigen Meisterkaders formen.



