Befreiungsschlag im Norden: Schalke erobert die Spitze zurück

Der Bann ist gebrochen: Der FC Schalke 04 gewinnt erstmals im Kalenderjahr 2026 und springt mit einem 2:1-Sieg bei Holstein Kiel zurück an die Spitze der 2. Bundesliga. Entscheidenden Anteil am Auswärtserfolg hatten Standardsituationen – und ein gefestigter Umgang mit Druck.
Schalke antwortet auf die Krise
Schalkes Trainer Miron Muslic sprach nach dem Abpfiff von einem Befreiungsschlag: „Das war heute ganz, ganz wichtig. Der Dreier tut uns gut – hochverdient.“ Trotz der sieglosen Wochen zuvor habe er nie den Glauben verloren. „Ich habe ein Urvertrauen in diese Mannschaft. Solche Phasen gehören dazu.“ Vor allem mit dem Auftritt in der ersten Halbzeit zeigte er sich zufrieden: „Mit sehr guter Struktur, klaren Abläufen. Wir hätten drei oder vier Tore machen können.“
Kapitän Kenan Karaman brachte den Matchplan des Trainerteams auf den Punkt: „Wir haben einfach gespielt, waren gierig, aggressiv und sind auf die zweiten Bälle gegangen.“ Die beiden frühen Treffer nach Eckbällen kamen dem Konzept entgegen. „Das tut uns auswärts hier extrem gut“, so Karaman. Lob verteilte er auch an den doppelten Vorlagengeber Edin Džeko: „Weltklasse-Pässe, enorme Erfahrung, er ist ein Vorbild.“
Kiel rutscht tiefer in den Abstiegskampf
Auf der Gegenseite war die Enttäuschung deutlich spürbar. Kiels Trainer Marcel Rapp blieb dennoch sachlich: „Sorgen bringen nichts. Es geht darum, Leistung zu bringen.“ Seine Mannschaft habe nach dem Rückstand reagiert, „aber ein bisschen Glück hat gefehlt“.
Phill Harres äußerte sich kritischer – insbesondere zur Schiedsrichterleistung. „Ich kriege klaren Kontakt – beim Tor ist es dann auf einmal ein Foul. Das kann ich nicht verstehen.“ Der Blick auf die Tabelle sei ernüchternd: „Das ist jetzt knallharter Abstiegskampf.“



