Finger-Bruch? Egal! Martínez führt Villa zum Europa-League-Triumph

Emiliano Martínez hat Aston Villa mit einer echten Willensleistung zum Titel geführt – und das unter Schmerzen. Trotz eines Fingerbruchs im Warm-up stand der argentinische Weltmeister im Europa-League-Finale gegen den SC Freiburg zwischen den Pfosten und trug entscheidend zum souveränen 3:0-Erfolg bei. Für die „Villans“ ist es der erste große Titel seit 30 Jahren.
Schon vor dem Anpfiff begann für Martínez ein echter Albtraum. Beim Aufwärmen verletzte sich der 33-Jährige am Finger – eine Diagnose, die normalerweise das sofortige Aus bedeutet hätte. Doch der Nationaltorhüter biss auf die Zähne. Nach einer schnellen Untersuchung durch die medizinische Abteilung traf er die Entscheidung, trotz des Risikos aufzulaufen – auch mit Blick auf die anstehende WM-Titelverteidigung mit Argentinien.
Und Martínez hielt Wort. Zwar wurde er nicht permanent geprüft, doch wenn Freiburg gefährlich vor das Tor kam, war der Schlussmann zur Stelle. Mit zwei wichtigen Paraden sicherte er seiner Mannschaft früh die Kontrolle über das Spiel und ließ keinen Zweifel daran, dass er sich durch die Verletzung nicht aus dem Konzept bringen lassen würde.
„Heute habe ich mir im Warm-up den Finger gebrochen, aber ich habe das nicht als etwas Schlimmes gesehen“, erklärte Martínez nach Abpfiff mit einem Lächeln. Der Keeper beschrieb sogar kurios, wie sich die Verletzung bemerkbar machte: „Jedes Mal, wenn ich den Ball fangen wollte, ist der Finger einfach in die andere Richtung weggeknickt. Aber das sind Dinge, da muss man durch.“
Der erste Titel seit 30 Jahren
Während Villa offensiv seine Chancen eiskalt nutzte und das Finale letztlich klar dominierte, verkörperte Martínez im Hintergrund den unbändigen Willen dieses Teams. Für den Torhüter, der seit 2020 mehr als 250 Pflichtspiele für den Klub bestritten hat, war es ein ganz besonderer Triumph.
„Jedes Mal, wenn ich das Villa-Trikot trage, tue ich das mit großem Stolz“, betonte er. Besonders die Mischung aus Erfahrung und harter Arbeit habe sich diesmal ausgezahlt: „All die Trainingseinheiten, die niemand sieht, haben sich heute ausgezahlt.“
Mit dem Erfolg feiert Aston Villa nicht nur den ersten großen Titel seit dem Ligapokalsieg 1996, sondern auch den größten europäischen Triumph seit dem Gewinn des Landesmeisterpokals 1982. Ein Triumph, der untrennbar mit einem Keeper verbunden bleibt, der sich selbst durch einen gebrochenen Finger nicht stoppen ließ.



