Linus Güther wird als eines der größten, deutschen Talente gehandelt. (Photo by Christian Kaspar-Bartke/Getty Images for DFB)
Der 1. FC Union Berlin führt eines der größten deutschen Talente dauerhaft an die Profimannschaft heran. Der 15-jährige Angreifer Linus Güther trainierte am Dienstag erstmals unter Cheftrainer Steffen Baumgart und soll voraussichtlich länger im Bundesliga-Kader bleiben.
Der schnelle Linksaußen mit starken Spielmacher-Qualitäten verzichtet aktuell auf die Teilnahme am U16-Lehrgang der deutschen Nationalmannschaft in Italien mit zwei Testspielen gegen die Azzurri, um bei Union den nächsten Entwicklungsschritt zu machen. Güther, der am 8. April 16 Jahre alt wird und als größtes Talent des Jahrgangs 2010 gilt, war im Sommer 2025 von Energie Cottbus zu den Köpenickern gewechselt.
Der Transfer war in Fachkreisen eine Überraschung, weil lange nicht damit gerechnet wurde, dass Union sich gegen die Schwergewichte durchsetzt. Sowohl Bayern München als auch Borussia Dortmund hatten großes Interesse und überboten sich mit ihren Bemühungen. Andere Interessenten wie Leverkusen, Frankfurt, Gladbach und Hertha spielten zu diesem Zeitpunkt bereits keine Rolle mehr.
Ausschlaggebend für Unions Erfolg war unter anderem, dass Nachwuchs-Chefscout Tom Lohmann den Offensivspieler schon seit dessen Zeit beim Spremberger SV im Blick hatte und ihn seit dem zwölften Lebensjahr eng verfolgte. Auch nach Güthers Wechsel ins Nachwuchsleistungszentrum von Energie Cottbus 2022 hielt Lohmann den Kontakt zu Güthers Vater Kai Noack aufrecht.
Eine weitere Schlüsselfigur war Lutz Munack, Geschäftsführer für Nachwuchs- und Amateurfußball bei Union, der den Transfer maßgeblich unterstützte. Nach über drei Jahren Beobachtung legte der Klub der Familie 2025 einen klar strukturierten Karriereplan vor: zunächst Einsatz in der U17, anschließend möglichst schneller Aufstieg in die U19 und anschließend der Übergang zu den Profis. Diese Perspektive wurde inzwischen genauso umgesetzt.
Besonders bemerkenswert: Güthers Vater Kai Noack ist bekennender Fan des FC Bayern München. Dem Umfeld war jedoch bewusst, dass beim Rekordmeister nur relativ wenige Talente den Sprung in die erste Mannschaft schaffen.
Für die sportliche Zukunft seines Sohnes entschied sich Noack daher für einen bodenständigen Weg mit Nähe zur Heimat. Der Trainingsstandort Oberspree liegt nur rund anderthalb Stunden von Spremberg entfernt. In Berlin hat sich Güther seitdem stark weiterentwickelt und steht nun kurz davor, dauerhaft bei den Profis Fuß zu fassen.
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