Florian Wiegand/Getty Images
Der 1. FSV Mainz 05 hat die Reißleine gezogen und hat sich von Trainer Bo Henriksen getrennt, wie der Verein am Mittwoch offiziell bestätigt. Es ist die Konsequenz für die zuletzt schwache Leistung mit acht Bundesliga-Spielen ohne Erfolg. Als Schlusslicht droht der Abstieg nach zwei Saisons erneut, als eben jener Henriksen die Mainzer vor dem Abstieg bewahrte. Bis auf Weiteres übernimmt U-23-Coach Benjamin Hoffmann das Training.
Die 0:4-Niederlage in Freiburg, bei der die Rheinhessen nur einen einzigen Torschuss zustande brachten, war für die Vereinsführung der entscheidende Auslöser. Sportvorstand Christian Heidel würdigte Henriksen ausdrücklich für dessen Verdienste: „Mainz 05 verdankt Bo Henriksen sehr, sehr viel. Er hat in einer fast aussichtslosen Lage den Verein und die ganze Stadt aufgerüttelt und uns mit seiner empathischen, leidenschaftlichen Art zum Klassenerhalt und ein Jahr später sogar bis in die Conference League geführt.“
Heidel führte im Statement aus: „Leider gibt es im Fußball aber auch immer wieder Entwicklungen, die aus sportlichen Gründen eine Neuorientierung nötig machen – obwohl alle Beteiligten bis zuletzt gemeinsam mit aller Kraft an Lösungen gearbeitet haben. Wir sind gemeinsam mit Bo zur Erkenntnis gekommen, dass wir einen solchen Punkt erreicht haben, auch wenn die Trennung wirklich schmerzt.“
Henriksen verabschiedete sich mit Dank an Verein und Fans und betonte: „In dieser Saison ist es uns leider nicht gelungen, den gleichen erfolgreichen Fußball zu spielen, obwohl wir bis zuletzt dafür gekämpft haben. Das ist leider auch Fußball.“
Die Gründe für den Absturz liegen in der hohen Belastung durch die internationalen Spiele, dem Ausfall wichtiger Führungsspieler und dem Verlust von Torjäger Jonathan Burkardt. Damit endet eine kurze, aber prägende Ära, in der Henriksen das „Unschaffbare“ möglich machte und Mainz vorübergehend wieder zu einem europäischen Teilnehmer formte.
Mainz steckt nach zwölf Spieltagen mit nur sechs Punkten auf dem letzten Tabellenplatz fest und steht vor schweren Aufgaben gegen Gladbach, Bayern und St. Pauli sowie in der Conference League.
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