Borussia Dortmund

BVB-Neuzugang Manuel Akanji im Portrait

Am Samstag vermeldete die Schwezier Tageszeitung „Blick“ als erste den Transfer von Manuel Akanji zu Borussia Dortmund als fix. Der Innenverteidiger fehlte beim Training des FC Basel und sollte sich zu diesem Zeitpunkt bereits in Deutschland aufhalten. Am Montagmorgen hat der BVB den Wechsel nun offiziell bestätigt. Akanji kostet dem Vernehmen nach inklusive Prämien bis zu 21,5 Millionen Euro. Der Preis für den hierzulande noch unbekannten Schweizer scheint auf den ersten Blick hoch zu sein, könnte sich aber auf Dauer als Schnäppchen erweisen.

Plötzlich europaweit heißbegehrt

Im Sommer 2015 verpflichtete der FC Basel Manuel Akanji für rund 700.000€ vom FC Winterthur. Beim Serienmeister der Raiffeisen Super League sieht man schon zu diesem Zeitpunkt etwas in ihm, was andere Vereine noch nicht erkennen können. Wenige Jahre zuvor sah auch Akanji selbst noch nicht sein Talent. Er habe nie gedacht, dass er einmal Profi werden könne, da er nur ein durchschnittlicher Spieler war, sagte der Innenverteidiger einst in einem Interview. Erst als er mit 17 Jahren noch einmal einen Wachstumsschub bekommt und bei seinen heutigen 1,87 Meter ankommt, kommt nach und nach Bewegung in seine Karriere.

Nach einem Jahr bei den Profis seines Jugendvereins FC Winterthur in der zweiten Liga ging es nach Basel. Von dort aus scheint es nun in die Bundesliga zu gehen. Der 22-Jährige hatte allerdings auch noch andere Optionen. Seine Spielweise brachte ihn auch in den Fokus einiger Premier League-Klubs, unter anderem Manchester United, Tottenham Hotspur und dem FC Liverpool.

Akanji erinnert mit Abstrichen an Hummels

Wenn man sich Spiele des FC Basel anschaut, wird einem klar, warum Manuel Akanji so begehrt ist. Obwohl er einer der jüngeren Spieler im Kader des Tabellenzweiten ist, wirkt der Innenverteidiger auf dem Platz wie ein Routinier. Er führt die Mannschaft mit an, wirkt abgeklärt und selbstsicher. Der Sohn einer Schweizerin und eines Nigerianers mag es, beidfüßig lange Bälle nach vorn zu schlagen, die oft punktgenau beim Mitspieler landen. Ebenso mag er es, mit dem Ball am Fuß vorzustoßen und den Gegner damit auf dem falschen Fuß zu erwischen. In Ballnähe strahlt er große Ruhe aus und nie wirklich unter Druck zu geraten. Sein Kopfballspiel ist noch ausbaufähig, doch die meisten Luftduelle gewinnt der 1,87 Meter große Innenverteidiger.

Der kometenhafte Aufstieg des 22-Jährigen im vergangenen Jahr folgte der schwersten Zeit seiner noch kurzen Profikarriere. Im März 2016 zog er sich einen Kreuzbandriss zu, der ihn fast neun Monate außer Gefecht setzte. Zu dieser Zeit gab es einige Leute, die ihn schon aufgegeben hatten. „Da gabs Leute, die sagten, ich hätte zu früh gewechselt oder meine Rückkehr würde nicht gelingen. Denen wollte ich es zeigen“, sagte Akanji im Dezember im Interview mit dem Boulevard-Blatt „Schweizer Illustrierte“.

In vielerlei Hinsicht erinnert er an den ehemaligen Dortmunder Mats Hummels. Dessen Abgang hat die Defensive des BVB nie wirklich kompensieren können. Es scheint oft, als fehle ein Leader, der alles ordnet und die Abwehrreihe zusammenhält. Der selbstbewusste Manuel Akanji könnte das fehlende Puzzlestück sein.

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