Foto: Christof Koepsel/Getty Images
Ricken erkennt die Favoritenrolle der Münchner klar an: „Die Bayern sind in außergewöhnlicher Form.“ Dennoch sieht er den BVB keineswegs chancenlos. Seit sieben Monaten ist Dortmund in der Liga ungeschlagen, mit 14 Punkten erster Verfolger des Tabellenführers (18 Punkte). Diese Serie nährt das Selbstvertrauen: „Man sollte nicht außer Acht lassen, dass wir uns schon etwas ausrechnen.“
Die Herangehensweise des BVB ist offensiv und entschlossen. Ricken betont, dass es in der Spielvorbereitung nicht um Schadensbegrenzung gehe: „Wir fahren maximal ambitioniert hin. Es geht nicht darum, wie wir einen Punkt mitnehmen, sondern was wir tun müssen, um dort zu gewinnen.“
Trainer Niko Kovač zeigt sich kämpferisch, aber nicht überheblich. Gegen die Bayern will der BVB nicht mit bloßer Defensivtaktik auftreten, sondern mutig und geschlossen agieren. „Wenn man in München zu ängstlich agiert, dann wird es schwierig. Das haben die vergangenen Spiele gezeigt“, erklärte Kovač auf der Pressekonferenz am Donnerstag. Reine Verteidigungsstrategien seien gegen die Bayern nicht zielführend.
Zwar ist den Dortmundern bewusst, dass der Rekordmeister bislang alle zehn Saisonspiele gewonnen hat, doch auch der BVB ist noch ungeschlagen – und schöpft Selbstvertrauen aus dem letzten Aufeinandertreffen in München, das 2:2 endete. „Wir haben damals gesehen, dass wir unsere Möglichkeiten bekommen, wenn wir den Gegner so bearbeiten wie in der zweiten Hälfte“, so Kovač. Seither habe sich sein Team weiterentwickelt: „Wir lassen weniger Großchancen zu und kassieren weniger Gegentore. Unsere Qualität ist groß genug, Spiele zu entscheiden.“
Ein besonderes Lob richtete Kovač an seinen Ex-Klub und Trainerkollegen Vincent Kompany. Die Bayern hätten einen „richtigen Schub gemacht“, insbesondere durch ihre gestiegene Laufleistung. „Wenn sich ihre individuelle Qualität mit Körperlichkeit und Physis paart, dann sind sie nur sehr schwer zu bespielen.“ Diese athletische Komponente sieht Kovač auch als Vorbild für seine eigene Mannschaft. Seit seiner Amtsübernahme im Februar legt er großen Wert auf gesteigerte Laufarbeit und kollektive Geschlossenheit.
„Wenn du kein Zusammengehörigkeitsgefühl hast, dann kannst du im Mannschaftssport auch nicht das Maximum erreichen“, betonte der BVB-Coach. Mit einem prägnanten Bild unterstrich er seine Philosophie: „Wir müssen eine Faust sein, denn die tut mehr weh als eine Schelle.“
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