„Bin glücklich beim BVB zu sein“: Silva dämpft Abgangsgerüchte

Kaum richtig angekommen, schon wieder Thema auf dem Transfermarkt: Fábio Silva pendelt beim BVB zwischen Hoffnungsträger und Ergänzungsspieler. Im vereinseigenen Interview bezieht der Portugiese nun Stellung zu seinen Anlaufschwierigkeiten beim BVB, Kritik und seinem eigenen Anspruch.
Silva über schwierigen Start in Dortmund
Mit gerade einmal 23 Jahren hat Fábio Silva in seiner Karriere bereits viel erlebt. In den vergangenen fünf Jahren spielte der Stürmer in sieben verschiedenen Ländern und lernte dabei zahlreiche Klubs und Kulturen kennen. Als erster Spieler stellte er sich in diesem Jahr im „BVB-TV“-Interview den Fragen von Ex-Profi Patrick Owomoyela und sprach auch über seine schwierige Anfangszeit bei Borussia Dortmund. „Ein neues Land, eine neue Kultur, anderes Wetter oder Essen sind kein Problem mehr für mich“, sagte er über mögliche Startschwierigkeiten bei einem neuen Verein. Durch seinen Vater habe er den BVB schon früh kennengelernt. „Die Bundesliga ist seine Lieblingsliga, er mag sie sehr. Wir haben viele Spiele verfolgt“, erzählt Fábio Silva.
Trotzdem verliefen seine ersten Wochen in Dortmund nicht einfach. Der von Wolverhampton verpflichtete Rechtsfuß kam mit Adduktorenproblemen und viel öffentlichem Gegenwind zu den Westfalen. Der Sommerneuzugang musste rund einen Monat auf seinen ersten Einsatz im schwarzgelben Trikot warten. „So haben weder ich noch der Verein uns das vorgestellt“, gab Silva zu. Die BVB-Verantwortlichen verteidigten den Transfer öffentlich und mahnten zur Geduld. Der 23-Jährige habe dieses Vertrauen auch persönlich gespürt. „Ich hatte Hilfe von Personen im Klub und außerhalb. Ich weiß, wie ich mit meinem Körper umgehen muss und, dass er als Profi meine Waffe ist – wenn ich nicht fit bin, kann ich nicht 100 Prozent auf dem Platz geben. Der Klub hat mir in diesem Punkt viel Vertrauen geschenkt“, sagte er über die Unterstützung des Vereins während seiner Verletzung.
In der Mannschaft habe er auch enge Vertraute gefunden: „Jeder ist wichtig, aber besonders Yan Couto und Aaron Anselmino. Das sind die zwei offensichtlichsten. Wenn ich zwei weitere nennen müsste, dann Carney Chukwuemeka – wir haben ein gutes Verhältnis auf und neben dem Platz – und Julian Brandt, der für mich auch sehr wichtig war und mir Ratschläge gibt“, zählte Silva auf. Er sei jedenfalls „glücklich“ bei einem großen Verein wie dem BVB zu sein: „Das ist das Wichtigste.“
BVB-Stürmer jetzt in „bester Form“
Nach seinem Debüt und vielversprechenden Leistungen ist der Offensivspieler auch körperlich in guter Verfassung. „Ich bin jetzt in meiner besten Form. Ich denke, das können die Leute sehen, wenn ich auf dem Platz stehe“, zeigt er sich selbstbewusst. Die anfänglichen Schwierigkeiten an der Strobelallee hätten ihn ohnehin nicht beunruhigt. „Es gibt immer Höhen und Tiefen, damit muss man umgehen. Ich weiß, wie sich die höchsten Höhen, aber auch die tiefsten Tiefen anfühlen.“ Die Unterstützung der Fans im Stadion gebe ihm zwar „immer viel Vertrauen“, aber er lese „keine Kommentare“ in den sozialen Medien. „Das ist nicht gut für Fußballspieler. An manchen Tagen bist du der Beste, an anderen nicht mehr“, so der 1,85 Meter große Stürmer.
Deshalb vertraut er stets auf seine Qualitäten und lässt sich nicht aus der Ruhe bringen: „Ich versuche immer, mich darauf zu konzentrieren, was meine Stärken und Qualitäten sind.“ Die Reaktionen in den sozialen Netzwerken seien jedoch nichts Ungewöhnliches, erklärt er: „Der Fußball lebt vom Moment.“ Dennoch sei es manchmal wichtig, die eigenen Erwartungen nicht zu hoch zu schrauben. Silva versucht „deshalb einfach an jedem Tag, die beste Version meiner selbst zu sein. Ich gebe immer 100 Prozent, das kann jeder sehen.“ Der Mittelstürmer will auch sein besonderes Spielerprofil auf den Platz bringen, für das er von Verantwortlichen und Trainer Niko Kovač immer wieder gelobt wurde.
Zwischen Scorerpunkten und Reservistenrolle
Seit seinem Wechsel nach Dortmund hat Silva fünf Scorerpunkte gesammelt (ein Tor, vier Vorlagen). Sein einziger Treffer im BVB-Trikot war gleichzeitig sein erster in der Champions League. Ein „besonderer“, aber auch „wichtiger“ Moment für den portugiesischen Nationalspieler. Mit dem Tor erfüllte sich Silva nicht nur einen Traum, sondern tankte nach einer schwierigen Phase und verletzungsbedingter Auszeit auch viel Selbstvertrauen. Mit seinen Leistungen konnte der Stürmer auch die Fans für sich gewinnen.
Umso enttäuschter reagierten diese auf zahlreiche Gerüchte über einen Wechselwunsch des 23-Jährigen, der mit seiner Rolle als Ergänzungsspieler unzufrieden ist. Laut der „Sport Bild“ habe er in der Kabine mindestens einem Spieler erzählt, dass sich an seiner Situation etwas ändern müsse. Gerüchten zufolge soll das Camp des Portugiesen bereits mit mehreren Interessenten gesprochen haben, um seine Chance auf eine WM-Teilnahme im Sommer durch eine mögliche Leihe zu verbessern.
Abgangsgerüchte? Kehl-Veto und Silva-Ansprache
BVB-Sportdirektor Sebastian Kehl schob den Abgangsgerüchten jedoch einen Riegel vor und betonte, dass Silva auch die Rückrunde in Dortmund verbringen werde. Er habe „gar keine Lust, ihn abzugeben. Warum sollten wir das tun?“, sagte der 45-Jährige bereits Ende Dezember und bekräftigte seine Aussage am Montag im Trainingslager. Der BVB werde ihn „definitiv“ nicht abgeben und sei weiterhin von seinem „großen Potenzial überzeugt“, wurde Kehl deutlich. Auch Fábio Silva nahm Abgangsgerüchten im „BVB-TV“-Interview vorerst den Wind aus den Segeln. „Ich habe noch eine weite Reise vor mir. Die Fans können noch viele gute Dinge von mir in diesem Trikot erwarten“, erklärte der 23-Jährige und versprach: „Wenn ich spiele, kann ich vieles geben und zeigen.“



