Alessandro Sabattini/Getty Images
Nuri Sahin hat erstmals ausführlich über sein Scheitern als Cheftrainer von Borussia Dortmund gesprochen und dabei eine selbstkritische Bilanz gezogen. Der ehemalige Mittelfeldspieler, der seinen Herzensverein trainieren durfte, räumt ein, dass seine Vorstellungen möglicherweise zu ambitioniert waren.
„Wir hatten einige gute Spiele. Aber vielleicht war der Wandel, den ich mir vorgestellt hatte, zu schnell“, sagte der 37-Jährige im Gespräch mit „Sky Sports“. Rückblickend sei ihm klar geworden, dass er vorsichtiger hätte vorgehen müssen: „Ich hätte Schritt für Schritt vorgehen sollen, aber ich dachte, ich könnte schneller vorankommen. Natürlich habe ich einen Fehler gemacht.“
Nach nur sieben Monaten und 27 Pflichtspielen endete seine Amtszeit im Januar 2025, nachdem der BVB sportlich in eine schwierige Phase geraten war. Besonders emotional traf Sahin die Trennung von seinem langjährigen Verein. „Da ich eine besondere Verbindung zur Borussia hatte, war dieser erste Moment herzzerreißend“, erklärte er. Dennoch habe er versucht, die Erfahrung als wichtigen Lernprozess anzunehmen.
Neben eigener Verantwortung deutete Sahin auch strukturelle Probleme an. Seine Spielidee sei nicht in allen Bereichen umsetzbar gewesen. „Wir wollten Dinge umsetzen, aber hatten wir die richtigen Spieler dafür?“, hinterfragte er rückblickend. Vor allem im Spielaufbau und bei taktischen Details habe es Grenzen gegeben. „Es war zum Beispiel nicht wirklich möglich, mit dem Torwart aus der Abwehr heraus zu spielen“, sagte Sahin mit Blick auf seine angestrebte Spielweise.
Für seine Zukunft zieht der frühere Nationalspieler klare Konsequenzen. Er wolle kompromissloser an seiner Philosophie festhalten und mutiger auftreten. „Ich möchte mutiger sein, als ich es in Dortmund war. Das ist eine Lektion, die ich gelernt habe.“ Auch das Umfeld spiele eine entscheidende Rolle: „Man muss an einem Strang ziehen.“
Inzwischen steht Sahin beim türkischen Erstligisten Basaksehir an der Seitenlinie. Dort sieht er sich durch die bisherigen Ergebnisse bestätigt und ist überzeugt, aus seiner Dortmunder Zeit die richtigen Lehren gezogen zu haben.
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