Christof Koepsel/Getty Images
Für Pascal Groß ging durch den Wechsel nach Dortmund ein „Lebenstraum“ in Erfüllung. Als gestandener Premier-League-Spieler sollte der Stratege ab Sommer 2024 die Zügel im BVB-Mittelfeld übernehmen. Doch der von Brighton & Hove Albion verpflichtete Routinier konnte diese Rolle nur selten ausfüllen. Bei den Westfalen und in der Nationalmannschaft geriet er in den letzten Monaten deshalb immer mehr ins Hintertreffen. Bundestrainer Julian Nagelsmann hatte ihn im Oktober und November nicht nominiert. Als Konsequenz kehrte Groß zum Jahreswechsel nach England zurück.
Mit seiner Rückkehr zu Brighton & Hove Albion hofft er, noch auf den WM-Zug aufzuspringen. Dies wäre aufgrund mangelnder Spielpraxis in Dortmund schwierig gewesen. Daher haben die Verantwortlichen seinem Wechselwunsch entsprochen, wie BVB-Trainer Niko Kovač am Freitag erklärte. „Klar, er hat jetzt nicht die Einsatzzeiten gehabt, die er sich auch vorgestellt hat. Er möchte zur WM, das ist sein erklärtes Ziel und wir sind dann auch so verblieben, dass wir ihm keine Steine in den Weg stellen wollen“, sagte der Kroate den anwesenden Journalisten.
Der Abgang des Mittelfeldspielers tue ihm persönlich „sehr weh.“ Kovač „habe ihn sehr geschätzt. Als Menschen, aber auch als Spieler.“ Er war sich aber auch der schwierigen Situation bewusst, in der sich Groß zuletzt wiederfand. „Es ist natürlich das eine, hier zu sein. Er war immer motiviert, er war ein Vollprofi, sowas wünscht sich jeder Trainer. Aber ich habe natürlich auch eine Verantwortung ihm gegenüber. Es ist eine große Möglichkeit, zur WM zu fahren und die wollten ich und der Klub ihm nicht verbauen“, so Kovač.
Die Verpflichtung eines Nachfolgers für den abgewanderten Groß sei allerdings nicht zu erwarten. Wie die „Ruhr Nachrichten“ bereits berichteten, sieht der BVB vorerst keinen Bedarf für einen neuen Mittelfeldspieler. Kovač bestätigte dies am Freitag und sagte auf die Frage nach möglichen Neuzugängen: „Nein, wir sind da gut aufgestellt.“ Der 54-Jährige habe „mit Jobe [Bellingham, Anm. d. Red.], mit Felix [Nmecha], mit Sabi [Marcel Sabitzer] genug gute Spieler.“
Auch Salih Özcan, der zuletzt mit einem Abgang in Verbindung gebracht wurde, könne „sicherlich wieder mehr zum Tragen“ kommen, so der BVB-Coach. Der Plan nach dem Groß-Abgang sei jedoch klar: „Wir werden auf dieser Position jetzt nichts mehr machen.“ Daran dürfte sich wohl nur etwas ändern, wenn Özcan, der von türkischen Vereinen umworben wird, den Klub noch verlässt. Pascal Groß, für den der BVB bis zu drei Millionen Euro Ablöse kassiert, kam in dieser Saison ohnehin weniger zum Einsatz.
Nachdem er in seiner ersten Spielzeit in Schwarzgelb regelmäßig in der Startelf stand, kam er in drei der letzten fünf Ligaspiele nicht zum Zug. Groß hatte in den vergangenen Monaten zwar mehrfach betont, in Dortmund bleiben zu wollen, wenn er gebraucht werde. Eben dies war aber nicht der Fall. Daher hielt sich der 34-Jährige Optionen für einen Winterwechsel offen und verließ den BVB sechs Monate vor Vertragsende. Bei Brighton & Hove Albion, wo er Publikumsliebling war, hofft er nun auf einen Aufschwung für seine Chancen auf eine WM-Teilnahme im Sommer.
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