Borussia Dortmund

Vetternwirtschaft? – Ex-BVB-Star Błaszczykowski sorgt für Unruhe

Im Januar löste Jakub Błaszczykowski seinen Vertrag beim VfL Wolfsburg auf um kurz darauf wieder für Wisła Krakau auflaufen zu können. Dort hatte der Pole einst den Durchbruch geschafft und sich für höhere Aufgaben empfohlen. Nun ist der Verein in finanzielle und sportliche Schwierigkeiten geraten, aus denen Błaszczykowski den Krakauern hinaushelfen will. Währenddessen wird er auch weiterhin für die polnische Nationalmannschaft auflaufen. Trotz zuletzt nicht wirklich ansprechender Leistungen wurde er nominiert und sorgt damit in seiner Heimat für Empörung. Die Presse und einige Fans glauben an Vetternwirtschaft.

Błaszczykowski zeigte bisher fast nur schwache Leistungen

In Deutschland ist Jakub Błaszczykowski als Fanliebling und – der Einfachheit halber – vor allem als Kuba bekannt. Der inzwischen 33-Jährige war in den Jahren 2011 und 2012 Teil der Meister- und Doublesieger-Mannschaft von Borussia Dortmund und war in dieser Leistungsträger. Nach einem Kreuzbandriss fand er nie wieder zu alter Form zurück und kam über Stationen beim AC Florenz und dem VfL Wolfsburg schließlich wieder bei Wisła Krakau an. Für Błaszczykowski schließt sich dort ein Kreis. Hier begann seine Profikarriere, hier soll sie enden.

Sportlich läuft es seit seiner Rückkehr jedoch noch nicht wieder so, wie gewollt. Nach vier Ligapartien standen für den ehemaligen Dortmunder nur sieben Dribblings, ein Tor und weniger als 50 % gewonnene Zweikämpfe zu Buche. Erst am vergangenen Wochenende konnte er beim 2:6-Auswärtssieg gegen Korona Kielce mit einem Tor und einer Vorlage überzeugen. Trotz der bisher relativ schwachen Leistungen folgte am Montag die Nominierung für die Nationalmannschaft. Er steht für die Partie gegen Österreich im Kader. Das rief einige Fans und die polnische Presse auf den Plan. Sie halten die Nominierung für ungerechtfertigt und glauben an Vetternwirtschaft.

Warum? Polens Nationaltrainer Jerzy Brzęczek ist Błaszczykowskis Onkel und die beiden haben eine besondere Verbindung.

Keine Vetternwirtschaft – Konkurrenz überzeugt einfach noch weniger

Als Kuba zehn Jahre alt war, musste er ansehen wie sein Vater die eigene Mutter, Brzęczeks Schwester, erstach. Daraufhin zog Błaszczykowski sich immer weiter zurück und hörte auf Fußball zu spielen. Sein Onkel brachte ihn dazu wieder mit dem Sport anzufangen und wurde fortan ein enger Vertrauter. Bei wichtigen Fragen zählte für Kuba die Meinung Brzęczeks mit am meisten. In Polen sieht man in einem derart engen Verhältnis zwischen Trainer und Spieler ein Problem, weil die Leistung nicht fair beurteilt werden könne.

Allerdings hat der Trainer der polnischen Nationalmannschaft nicht gerade die größte Auswahl was hochklassige Flügelspieler angeht. Jakub Błaszczykowski ist trotz seiner schwachen Leistungen noch einer der besten Spieler auf seiner Position. Keiner der anderen potenziellen Kandidaten überzeugt wirklich mehr als er. Zudem kann Kuba mit seiner großen Erfahrung der Mannschaft als Anführer weiterhelfen. Der Trubel um die Nominierung dürfte also bald wieder verfliegen.

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