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FC Augsburg

Herbe Heim-Klatsche: Ist die Augsburg-Defensive zu passiv?

FC Augsburg Spieler

Als Sportdirektor Benni Weber in die Mixed Zone kam, konnte er mit den Reportern noch ein paar Witze reißen. Doch schnell wurde es ernst, denn der FC Augsburg verlor am Sonntagabend gegen den VfB Stuttgart verdient mit 2:5. Die in den letzten Wochen hochgelobte Defensive rückt wieder in den Fokus, diesmal aber im negativen Sinne.

Miserabler Auftritt gegen Stuttgart

Der Auftritt des FCA war miserabel – vor allem in der ersten Halbzeit: „Schwierig in Worte zu fassen“ fand Keven Schlotterbeck, der sich das Spiel nochmal in Ruhe anschauen wolle. Im Spiel war die Abwehrkette um den Kapitän so komplett von der Rolle, wie schon lange nicht mehr. Körperloses Verteidigen, kein Gewinn der zweiten Bälle, kein Zurückschalten nach Ballverlusten… es erinnerte stark an das 0:6 gegen Leipzig in der Hinrunde, damals noch mit Sandro Wagner an der Seitenlinie.

„Es geht einfach darum, dass wir die Art und Weise insgesamt wie wir verteidigen – und das ist das große Problem – uns überhaupt nicht zufriedenstellen, weil wir es geschafft haben, eigentlich in den letzten Spielen, in dieser Phase, wenig zuzulassen. Wir haben in den letzten drei Spielen sehr, sehr viel zugelassen, aufgrund von Passivität“, stellte Weber klar. Man habe an die Leistung vom Dortmund-Spiel angeknüpft, wo man im Vergleich mit zwei Gegentoren gimpflich davon gekommen ist.

Fünf Tore kassieren, das wollte Augsburg nicht. „Fünf Gegentore sind ein Brett“, fasste Schlotterbeck zutreffend zusammen und legte nach: „Mit fünf Gegentoren gewinnt man kein Bundesliga-Spiel“. Ein Brett – da klingelt doch was. Trainer Baum hatte in der Pressekonferenz bereits davon gesprochen, dass Stuttgart als Gegner „ein Brett“ sein wird, verbunden mit der Metapher, dass man ja Bretter lieben würde, „egal wie dick sie sind“. So egal war es dann wohl doch nicht. Der VfB war zu gut.

Augsburg braucht Lösungen

Eigentlich galt die Abwehr der Fuggerstädter als stabil, zumindest seitdem Manuel Baum da ist. ist es jetzt einfach eine Phase? Dieses Thema wird in der Länderspielpause nun sehr genau aufgearbeitet, erklärte Weber weiter, der nochmal bilanziert: „Ich kann nur sagen, dass die Intensität oder die Passivität, so würde ich es eher beschreiben, nicht das ist, was wir wollen“. Was man jetzt auch nicht haben möchte, ist ein Rückfall – etwas was den FCA seit einigen Jahren prägt.

In zwei Jahren unter Jess Thorup als Trainer, brach Augsburg vor Saisonende ein. Immer, als der Klassenerhalt rechnerisch feststand. Es ist interessant, dass die Mannschaft immer dann Leistung abrufen kann, wenn man muss. Anders ist es, wenn der Druck weg ist. Dann verfällt man in eine rosige Welt und bringt nichts mehr auf den Platz. Baum ist gezwungen genau diesem Trend entgegenzutreten und schnellstmöglich Lösungen zu finden.

Das untere Mittelfeld ist zu eng zusammengerückt, um sich so eine Negativserie zu leisten, denn der 16. Platz ist näher als zu vermuten gilt. Sieben Punkte trennen von St. Pauli. Nach der Länderspielpause gastiert der FCA beim Hamburger SV, einem direkten Konkurrenten. Danach folgt ein Heimspiel gegen die TSG Hoffenheim, einem Anwärter auf die Champions League. Fatal wären weitere Niederlagen in diesen Spielen.