FC Bayern München

Trainer-Fuchs wird 85: Er konnte alles – außer Bayern

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Happy Birthday, Otto Rehhagel! Die Trainerlegende feiert am 9. August 2023 den 85. Geburtstag. Das Portal Fussballdaten.de verneigt sich vor der Lebensleistung von Otto Rehhagel. Und würdigt den anfangs als „Sprücheklopfer“ abgestempelten Coach mit seinen besten Zitaten („Mal verliert man und mal gewinnen die Anderen“), Transfers und Rekorden, die wohl für immer bestehen bleiben.

„Mehr Bundesliga passt nicht in ein Menschenleben: Der große Otto Rehhagel wird 85 Jahre alt“, schrieb Alfred Draxler in BILD am SONNTAG. Das passt.

„Rudi, Sie müssen sofort kommen“

Otto Rehhagel, geboren am 9. August 1938 in Essen, sieht sich selbst – und das völlig zu Recht – als „Kind der Bundesliga.“ Vom Liga-Start weg als Profi mit Hertha BSC 1963 dabei, wurde er als Trainer gegen jeden Widerstand zum Titelsammler.

Der Mann, der seine Spieler siezt („Rudi, Sie müssen sofort kommen“) und der sich als „Erfinder der demokratischen Diktatur“ sieht, andere sagen auch der „Ottokratie“, wurde anfangs in der Branche belächelt. „Für einen guten Mann wie Tippenhauer, der ruhig seine Arbeit macht, einen Sprücheklopfer wie Otto Rehhagel zu holen, ist mir völlig unverständlich“, unkte „Der Don“, Hennes Weisweiler, 1979 beim Trainerwechsel bei Fortuna Düsseldorf.

Aber: Rehhagel verteidigte mit den Düsseldorfern den DFB-Pokal. Es war sein erster Titel als Trainer. Richtig ins Rollen kam die Karriere des ehemaligen Abwehrspielers mit dem Bundesliga-Aufstieg mit Werder Bremen 1981. Er leitete eine goldene Ära für die Hansestädter ein. Je 2-mal führte Rehhagel die Bremer zur Deutschen Meisterschaft (1988, 1993) und zum DFB-Pokalsieg (1991, 1994) und 1992 zum größten internationalen Erfolg, dem Europapokalsieg der Cupsieger. Das nahm fast messianische Züge an. „Und nun betritt Otto Rehhagel deutschen Boden!“, war‘s Rehhagel-Fan und ZDF-Reporter Rolf Töpperwien bei der Bremer Rückkehr begeistert.

Oft kritisiert, aber nie außer Mode: Seine mitunter als altmodisch hingestellten Methoden. „Rehhagel spielt im Training Acht gegen Acht, danach Acht gegen Acht und dann wieder Acht gegen Acht. Aber er gewinnt seine Spiele“, wunderte sich Schalke-Idol Olaf Thon. „Wir spielen am besten, wenn der Gegner nicht da ist“, sah es Rehhagel simpler. Oder: „Modern spielt, wer gewinnt.“

Vom Medienrummel in der Liga hielt „König Otto“ nie was. „Die dümmste Frage, die Journalisten immer stellen ist: Wollen Sie gewinnen? Dann sage ich: Nein, wir wollen verlieren!“, sagte er einmal. Interna gab es keine: „Ich beantworte nur Fragen zum Spiel, wenn Sie Fragen zum Spiel haben, werde ich diese beantworten.“ 

Triumph für den „hervorragenden Zweitliga-Trainer“

Fragen zum Spiel blieben in München zu viele offen. Rehhagel-Gegner Mehmet Scholl sah eher „keine richtige Taktik“ beim „Dream-Team“ des FC Bayern. An der Säbener Straße wurden ihm Sturheit und Beratungsresistenz vorgeworfen. Unschön. Am Ende kapitulierte er mit „Noch jemand `ne Frage? Gut, dann geh ich zum Training. Tschüss!“ praktisch vor der Münchner Medien-Gilde. Rehhagel wurde beim FC Bayern im April 1996 entlassen, obwohl die Münchner im UEFA-Cup-Finale und in der Bundesliga auf Rang 2 (punktgleich mit dem BVB) standen…

Doch der als „hervorragender Zweitliga-Trainer“ (Franz Beckenbauer) abgekanzelte Meistercoach kam zurück. Mit dem 1. FC Kaiserslautern schaffte er 1997/98 eine einmalige Sensation: Deutscher Meister als Aufsteiger. Rehhagel schwärmte von der Pfalz („Hier ist es wie in der Toskana“, bei einem Fan-Termin in Münchweiler / Rodalb, Oktober 1996) und nahm die Bayern-Episode mit Humor: „Ich habe meinen Jungs immer gesagt: Meine Herren, passen Sie gut auf Ihr Geld auf. Sonst müssen Sie eines Tages noch Trainer von Bayern München werden.“ 

,,FCK, nicht FC Rehhagel!“

Mit dem späteren Weltmeister Rudi Völler, den er 1982 vom TSV 1860 und damit aus dem Wohnzimmer des FC Bayern, dem Münchner Olympiastadion nach Bremen holte, dem Neuseeländer Wynton Rufer, dem „Alpen-Maradona“ Andreas Herzog aus Wien oder FCK-Meisterkapitän und Rehhagel-Rebell Ciriaco Sforza („Ich spiele für den FCK und nicht für den FC Rehhagel“) gelangen ihm Transfers, die die Liga prägten.

Bei seinem Amtsantritt 2001 als Nationaltrainer Griechenlands versuchte es Rehhagel mit „Criminal English“, wie er selbst sagte. Und er führte die Griechen trotz der hellenischen Sprachverwirrung zum Europameister-Titel 2004. Die Götter müssen verrückt sein.

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