Foto: Denis Doyle/Getty Images
Eins hat das Topspiel am Samstagabend zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern mehr denn je offenbart. Der deutsche Rekordmeister braucht einen personellen Umbruch. Trotz der besten Saisonleistung konnten die Münchener das Spielgeschehen nur 60 Minuten lang kontrollieren. Danach brachen vor allem defensiv alle Dämme. Mats Hummels und Jérôme Boateng zeigen nicht mehr die Weltklasse alter Tage, und auch Niklas Süle konnte nach seiner Einwechslung keine Löcher in der FCB-Defensive stopfen. Auf der Suche nach Entlastung für die drei einzigen Innenverteidiger im Kader ist der FC Bayern nun scheinbar in der spanischen La Liga fündig geworden. Allerdings steht der junge Spanier auch auf der Beobachtungsliste von Real Madrid.
Es ist bezeichnend, dass Bayern-Trainer Niko Kovac beim Topspiel auf Mats Hummels setzte, obwohl der sich im Vorlauf der Partie mittelschwer erkältet hatte. Niklas Süle von Beginn an schien für Kovac keine Option zu sein und mehr Innenverteidiger stehen dem Kroaten auch nicht zur Verfügung. Hummels leistete sich zwei eklatante Fehler, die zu zwei hundertprozentigen Chancen führten und ließ sich danach auch auswechseln. Für ihn kam dann Süle, der in den vergangenen Wochen zum Innenverteidiger Nummer Eins zu avancieren schien. Doch auch der bullige 23-Jährige verschuldete letztendlich den 2:3-Siegtreffer der Dortmunder mit.
Grund genug für den FC Bayern sich schon seit längerer Zeit auf dem Transfermarkt nach Alternativen und Nachfolgern für die Innenverteidigung umzusehen. Bei Mario Hermoso von Espanyol Barcelona scheinen sich die Beobachtungen laut dem spanischen Radiosender ‚Cadena Cope‘ intensiviert zu haben. Der 23-Jährige spielt seit Sommer 2017 für den Stadtrivalen vom großen FC Barcelona. In dieser Saison absolvierte er jedes Ligaspiel für die Katalanen über die volle Spielzeit.
Ursprünglich stammt Hermoso aus der Jugendakademie von Real Madrid. Bei den Madrilenen wird die Entwicklung des 1,84 Meter-großen Spaniers ebenfalls sehr aufmerksam mitverfolgt. Real sicherte sich beim Transfer 2017 zu Espanyol eine Rückkaufoption über 7,5 Millionen Euro. Schon jetzt beträgt Hermosos Marktwert laut transfermarkt.de 20 Millionen Euro. Seine Ausstiegsklausel ist auf 40 Millionen Euro dotiert. Diesen Preis müsste der FC Bayern schon auf den Tisch legen, um den Königlichen den 23-Jährigen wegzuschnappen.
Eine höhere Investition könnte sich für die Münchener allerdings bezahlt machen. Hermoso gehört in dieser Saison zu den besten Innenverteidigern der spanischen La Liga. In elf Spielen erzielte er zwei Tore für Espanyol Barcelona. Kürzlich berief ihn Luis Enrique erstmals für die spanische Nationalmannschaft. Es ist dennoch unwahrscheinlich, dass der FC Bayern schon in der Winterpause 40 Millionen Euro für Hermoso bezahlt. Real Madrid hingegen hat nach den Verletzungen von Daniel Carvajal, Marcelo, Raphaël Varane und Jesús Vallejo dringenden Nachholbedarf in der Verteidigung. Nationalmannschaftskollege Nacho Fernández soll Hermoso eine Rückkehr zu Real schon nahe gelegt haben. Bayern München muss sich wohl nach einer anderen Alternative umsehen.
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