Fortuna Düsseldorf

Fortuna-Trainer Rösler: „Gemeinsam werden wir das mit unseren Fans durchstehen“

Seit Ende Januar ist Uwe Rösler nun Trainer bei Fortuna Düsseldorf. Er trat die Nachfolge von Friedhelm Funkel an. In der Bundesliga lebt der 51-Jährige jetzt seinen Traum. Im Interview mit der Westdeutschen Zeitung spricht Rösler über seine Vorstellungen und Erwartungen bei der Fortuna, den Abstiegskampf und die Premier League.

Warmer Empfang und knifflige Krise

Die Fortuna belegt mit 22 Punkten Platz 16 der Bundesliga-Tabelle und steckt mitten im Abstiegskampf. Bei seinem Amtsantritt hatte Uwe Rösler gewisse Vorstellungen und Erwartungen, die sich mittlerweile teilweise erfüllt haben: „(…) Ich habe die Zeit aber auch genossen, die Begeisterung in den Stadien, auch diese Bereitschaft von unseren Fortuna-Fans, mich anzunehmen und die Mannschaft so zu unterstützen. Das hat mich sehr glücklich gemacht. Ich bin mit offenen Armen empfangen worden und hatte das Gefühl, dass mir jeder eine Chance gibt. Wie sich die Mannschaft gezeigt hat im ersten Spiel, hat mir viel bedeutet. Das ist das, was man sich als Trainer wünscht. Die Qualität, das Tempo und die Dynamik in der Bundesliga, die taktischen Finessen und die Flexibilität in der Liga begeistern und fordern mich und machen mich besser. Die Corona-Krise jetzt ist eine weitere Herausforderung, woraus wir das Beste machen sollten, um da durchzukommen. Diese Kämpfer-Qualitäten habe ich aber, die hat auch die Mannschaft und unser Verein. Gemeinsam werden wir das mit unseren Fans durchstehen. Die Erfahrung Bundesliga hat sich bis auf die Corona-Krise so entwickelt, wie ich es mir vorgestellt habe.“

Rösler: „Für mich ist nur wichtig, in der Liga zu bleiben“

Sportlich betrachtet konnte Düsseldorf in dieser Saison keine klare Linie einschlagen. Jedoch war zuletzt eine leichte Trendwende zu erkennen. Ob das Team von Uwe Rösler die Qualität und den Biss hat, den Abstiegskampf hinter sich zu lassen und sich auf einen oberen Tabellenplatz zu kämpfen, kann niemand voraussehen. Rösler analysiert: „Ich glaube, dass wir eine Entwicklung genommen haben. Uns fehlt vielleicht noch das I-Pünktchen, um vielleicht zwei dieser Unentschieden in Siege zu verwandeln. Da würde die Tabelle anders aussehen. Aber wir sind nicht weit weg und zeigen inzwischen eine gewisse Stabilität. Selbst gegen Gladbach, obwohl wir 1:4 verloren haben, konnten wir bis zur 77. Minute ordentlich mithalten. Wegen der vorhandenen Qualität und des Verbesserungspotenzials, das wir haben, glaube ich, dass wir die Klasse halten können. (…) Für mich ist nur wichtig, in der Liga zu bleiben. Wir wollen die Stabilität ausbauen und die I-Pünktchen zu setzen. Um andere Mannschaften noch da unten reinzureißen, brauchen wir aber auch Siege.“

Premier League und Bundesliga – Rösler zieht Vergleiche

Uwe Rösler hat als Trainer schon einige Stationen in England gemacht. So trainierte er den FC Brentford, Wigan Athletic, Leeds United und Fleetwood Town (damals Zweit- und Drittligisten, Anm. d. Red). Vor allem aber die Premier League hat es Rösler angetan, und er zieht Vergleiche zur Bundesliga: „Die Premier League ist die stärkste Liga der Welt. Die Qualität ist noch mal höher als in der sehr guten Bundesliga, in der auch die jüngeren Spieler eine Chance bekommen. Der deutsche Fußball ist überhaupt so etwas wie ein Jungbrunnen. Die erste Liga in England hat sich in den vergangenen Jahren ein wirtschaftliches Level erarbeitet, so dass deswegen dort auch die besten Spieler der Welt spielen, wenn man mal von Barcelona, Real Madrid, Juventus und Paris absieht. Die Qualität kommt auch dadurch zustande, weil dort auch die besten Trainer der Welt arbeiten. Die derzeitige Schwäche im Europapokal sollte man ohnehin nicht an einem Jahr allein festmachen.“