Geißböcke zu Gast: Werder Bremen empfängt den 1. FC Köln

Der zwölfte Spieltag der Bundesligasaison steht vor der Tür. Am Samstag trifft der SV Werder Bremen im Weserstadion auf den 1. FC Köln.
Auf und Ab in Bremen
Bremens Saisonverlauf gleicht einer Buckelpiste beim Skifahren. Mit Höhen und Tiefen, starken und schwachen Phasen, die aufeinander folgen. Zunächst schied die Mannschaft von Horst Steffen in der ersten Runde des DFB-Pokals gegen den unterklassigen Vorjahresfinalisten aus Bielefeld aus. Anschließend folgte ein bescheidener Start in der Liga. Nachdem die Werderaner nach dem fünften Spieltag mit nur vier Punkten dagestanden hatten, folgten fünf Spiele ohne Niederlage. Nach nun elf gespielten Bundesligapartien befindet sich das Team von der Weser mit 15 erspielten Punkten auf Platz neun der Tabelle.
Der Tabellenplatz ist ein durchaus ordentlicher für Werder, dem auch in diesem Jahr eine Platzierung im oberen Mittelfeld zuzutrauen ist. Für internationale Ambitionen ist der Kader jedoch zu schwach aufgestellt. Ein Schlüssel zum Erfolg ist die aktuelle Bremer Heimstärke. Spiele vor der eigenen Fans werden fast immer in Punkte umgemünzt. Erst einmal musste die Steffen-Elf sich im Weserstadion geschlagen geben, am vierten Spieltag verlor man mit 0:3 gegen Freiburg. Überhaupt musste sich der SV Werder Bremen, bis auf eine Ausnahme, nur gegen Mannschaften geschlagen geben, die entweder in der Champions- oder Europa-League spielen.
Im November haben die Grün-Weißen schon alles erlebt. Auf ein Unentschieden gegen Mainz folgte das Duell mit dem VfL Wolfsburg. Nach langem Rückstand konnte Werder in der Schlussphase ausgleichen. In der Nachspielzeit erzielte dann Samuel Mbangula den entscheidenden Treffer und besorgte somit den dritten Bremer Heimsieg in Folge. In der vergangenen Woche ging es nach Leipzig, wo die Mannschaft sich ordentlich präsentierte und sich dennoch mit 0:2 geschlagen geben musste. Dennoch geht der Blick in Bremen nach vorne: Am Samstag soll die Heimserie ausgebaut werden.
Köln im Abwärtsstrudel
Der 1. FC Köln spielt als Aufsteiger eine beachtliche Saison. Allerdings kommen die Geißböcke nach Blitzstart so langsam wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. Zwar befindet sich der Effzeh momentan mit 14 Punkten auf einem für einen Aufsteiger starken zehnten Platz, jedoch zeigt der Trend der vergangenen Partien eher nach unten. Köln konnte nur zwei seiner letzten neun Bundesligaspiele gewinnen. Zuletzt gingen sogar vier der vorangegangenen sechs Duelle verloren. Allerdings traf die Mannschaft von Lukas Kwasniok dabei dreimal auf einen Champions-League-Teilnehmer.
Mit dem Toreschießen ist der Effzeh durchaus vertraut. Die sechstbeste Offensive der Liga hat in zwölf der 13 Pflichtspiele in dieser Spielzeit mindestens ein Tor erzielen können. Lediglich bei der 0:1-Niederlage gegen Borussia Dortmund blieben die Kölner ohne eigenen Treffer. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass die Abwehr rund um Torhüter Marvin Schwäbe erst in zwei der besagten 13 Spiele die Null halten und ohne Gegentor bleiben konnte. Diese defensive Schwäche macht den guten offensiven Einsatz oft zunichte und so ging Köln in dieser Saison bereits viermal nach Führung nicht als Sieger vom Platz.
Die drei Partien der Geißböcke im laufenden Monat waren allesamt torreich. Zunächst konnte der Effzeh mit einem 4:1 über den HSV seinen vierten Saisonsieg feiern. In der darauffolgenden Woche musste sie die Kwasniok-Elf jedoch im Rheinderby gegen Borussia Mönchengladbach mit 1:3 geschlagen geben. Nach der Länderspielpause folgte ein rasantes Duell mit Frankfurt, in dem die Eintracht zwischenzeitlich mit 4:1 führte. Köln aber bewies Moral und Comebackqualitäten, kämpfte sich noch auf ein Tor heran und verlor dennoch mit 3:4 gegen die Adler. Unbeirrt von zwei Niederlagen in Folge, möchte der 1. FC Köln gegen Bremen nun wieder punkten.
Die Form spricht für Werder
Beim Duell zweier direkter Tabellennachbarn ist aufgrund der Ergebnisse der letzten Wochen ein Sieg der Bremer wahrscheinlich. Die Heimstärke im Weserstadion sollte den Fans der Grün-Weißen zusätzlich ein positives Gefühl im Hinblick auf die Partie geben. Den Kölnern sollten versuchen ihre verlässliche Offensive auch gegen Bremen clever auszuspielen, immerhin kassierte Werder bereits sieben Gegentore in fünf Heimspielen. Ein Sieg würde für beide Team bedeuten, sich vom jeweils anderen abzusetzen und eventuell vom Tabellenmittelfeld in höhere Gefilde vorzudringen.



