Hertha BSC

Hertha-Trainer: Warum Nouri bis zum Sommer eine gute Option wäre

Alexander Nouri mit Cap und dicker Jacke hat den Blick nach vorne gerichtet

Am vergangenen Dienstag verkündete Jürgen Klinsmann nach nur zehn Wochen im Amt seinen Rücktritt als Trainer von Hertha BSC. Nun gilt es für die Verantwortlichen des selbst ausgerufenen „Big City Club“ die Stelle neu zu besetzen. Von Außen wurden mit Bruno Labbadia, Roger Schmidt und Mark van Bommel einige Namen ins Spiel gebracht, doch da Michael Preetz schleunigst einen Trainer für den Abstiegskampf braucht, kann er einfach mal bei Alexander Nouri anfragen. Der 40-Jährige leitet bereits interimsweise die Geschicke bei der Hertha und wäre sicher bereit dies auch bis zum Saisonende zu tun. Ein Kommentar.

Trainerwechsel im Abstiegskampf bringen nicht selten Probleme

Der ehemalige Bremer Nouri kennt sich schon im Verein und in der Mannschaft aus. Schließlich war er Co-Trainer unter Jürgen Klinsmann. Es gilt als offenes Geheimnis, dass er maßgeblich an der taktischen Arbeit unter dem abgesprungenen Chefcoach beteiligt war. Diese war grundsätzlich gar nicht mal so schlecht. Die Abwehr stabilisierte sich unter Klinsmanns Regentschaft. Die Personalentscheidungen traf der 55-jährige Ex-Bundestrainer, die Arbeit am Reißbrett überließ er seinen Assistenten Alexander Nouri und Markus Feldhoff.

Auch wenn Ersterer bisher nur mit mäßigem Erfolg Bundesligamannschaften betreut hat, sollte man nicht unnötig viel Staub aufwirbeln. Ständige Trainerwechsel mit neuen Konzepten können Gift für verunsicherte Mannschaften im Abstiegskampf sein. Das musste die Hertha schon in der Saison 2011/2012 am eigenen Leib erfahren. Damals stand die „Alte Dame“ vor einem ähnlichen Problem wie jetzt. Man brauchte einen Trainer, besser heute als morgen. Der ebenfalls nach internen Scharmützeln geschasste Markus Babbel musste ersetzt werden. Die Suche eines Nachfolgers geriet zur Posse und Hertha stieg in der Folge ab.

Nouri könnte Klinsmanns Fehler relativ leicht korrigieren

Vedad Ibisevic, der eigentliche Kapitän, wurde von Klinsmann komplett ausgebootet. Die Stimme des bosnischen Haudegens hat Mannschaftsintern jedoch noch immer viel Gewicht. Das war ein zentraler Fehler der Zeit unter Klinsmann. Dem Weltmeister von 1990 fehlte ein verlängerter Arm in die Mannschaft. Sollte Nouri länger bleiben dürfen, wäre er sicher gut beraten, Ibisevic wieder mehr zu integrieren. Das könnte der Mannschaft und seinem eigenen Standing in dieser weiterhelfen.

Auch der zweite verdiente Oldie, Salomon Kalou, sollte wieder etwas würdiger behandelt werden. Unter Klinsmann durfte der 34-jährige Ivorer zeitweise nicht einmal mehr mit den Profis trainieren. Genau wie Vedad Ibisevic genießt auch er ein hohes Ansehen innerhalb der Mannschaft. Vor allem für die jungen Spieler wie Javairô Dilrosun und Dodi Lukebakio war er ein wichtiger Ansprechpartner. Solche Signale würden wahrscheinlich gut ankommen.

Man muss kein Experte sein um zu sehen, dass es der Mannschaft momentan an Ruhe und einer internen, also von den Spielern ausgehenden, Führung fehlt. Auch die Neuzugänge müssen nicht zwangsläufig Unruhe in den Kader bringen. Sie sind noch jung genug, um sich verdienten Spielern, deren Wort viel Gewicht hat, unterzuordnen. Wenn Alexander Nouri ehrlichen Zugang zur Mannschaft erlangt und Vertraute innerhalb des Teams findet, kann es gut sein, dass er das Ruder noch herumreißt.