Hertha BSC

Nach vielen Gerüchten: Hertha setzt wohl auf interne Trainer-Lösung

Wende im Trainer-Poker bei Hertha BSC?

Seitdem bekannt ist, dass Pal Dardai nach dem Saisonende bei Hertha BSC als Cheftrainer ausscheidet, gibt es zahlreiche Spekulationen rund um seinen möglichen Nachfolger. Es fielen unter anderem die Namen Gerardo Seoane, Dirk Kuhnert, Domenico Tedesco, Bruno Labbadia, Bernd Storck und David Wagner. Nahezu jeden Tag gab es neue Spekulationen. Nun berichten „BILD“, „BZ Berlin“ und der „Tagesspiegel“ übereinstimmend, dass der aktuelle U23-Trainer der Hertha, Ante Covic, Favorit auf die Nachfolge von Pal Dardai ist.

Externe Lösungen scheiterten und sind teuer

Michael Preetz wirkte zuletzt sehr entspannt, wenn er auf die Trainerfrage angesprochen wurde. Er hat ein klares Anforderungsprofil für den neuen Trainer aufgestellt. „Es ist selbstverständlich so, dass wir jemanden suchen, der die DNA des Vereins versteht und das behütet, für was wir stehen.“ Durchaus nachvollziehbar, würden die Fans wahrscheinlich einem x-beliebigen externen Trainer nach der Dardai-Ära mit viel Misstrauen gegenüberstehen. Der Ungar hat in Berlin dafür gesorgt, dass Nachwuchsspieler länger im Verein bleiben und eine echte Chance erhalten. Grundsätzlich gilt Dardai als ein großer Talente-Förderer, der ein enges Verhältnis zu seinen Spielern hat.

Ähnlich soll das auch beim Nachfolger aussehen. Allerdings ist es für Preetz eine sehr schwierige Aufgabe, einen externen Trainer zu finden, der dieses Anforderungsprofil erfüllt. Zu Gerardo Seoane und David Wagner hätte dieses wohl noch am ehesten gepasst. Der Schweizer möchte jedoch weiter bei den Young Boys Bern bleiben, während David Wagner wohl Schalke 04 der Hertha vorzieht. Zudem wären alle externen Lösungen wahrscheinlich auch mit dem Zahlen einer Ablösesumme verbunden gewesen. Deshalb rückte der bisherige U23-Coach Ante Covic in den Fokus des Managers als möglicher Dardai-Nachfolger.

Covic gilt als erfolgreicher Nachwuchs-Förderer

Von Ante Covic lässt sich jedenfalls bedenkenlos sagen, dass er die DNA des Vereins versteht. Als Spieler war er eine sehr lange Zeit für Hertha BSC und Hertha BSC II aktiv. Als Trainer war er noch nie für einen anderen Verein als Berlin tätig. Seit November 2013 trainiert er die zweite Mannschaft von Hertha BSC. Dementsprechend arbeitet er regelmäßig mit Talenten.

In dieser Spielzeit läuft es für die U23 besonders gut. Mit 56 Punkten aus 32 Partien steht die Nachwuchsmannschaft der Hertha auf dem vierten Platz. Unter Umständen ist sogar noch der Aufstieg in die dritte Liga möglich. Der Erstplatzierte, der Chemnitzer FC, erhält eventuell keine Lizenz für die dritthöchste Spieklasse Deutschlands. Der Zweitplatziert, der Berliner AK, hat gar nicht erst eine Lizenz für die dritte Liga beantragt. Sollte Hertha II also noch den Drittplatzierten, Wacker Nordhausen, der zwei Punkte mehr auf dem Konto hat, überholen, könnte die U23 sogar noch aufsteigen. Vorausgesetzt, dass der CFC tatsächlich keine Lizenz erhält.

Unabhängig davon hat Covic bewiesen, dass er für gute Nachwuchsarbeit steht. Zudem müsste der Verein für ihn keine Ablöse zahlen und auch kein horrendes Gehalt anbieten. Dementsprechend ist er eine naheliegende Option für die Nachfolge von Pal Dardai bei Hertha BSC.