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Bundesliga

Marie‑Louise Eta wird Trainerin von Union Berlin

Union Berlin vollzog in der Nacht nach der 1:3‑Niederlage in Heidenheim einen radikalen Schnitt: Steffen Baumgart und sein Trainerteam wurden freigestellt, die bisherige U19‑Trainerin Marie‑Louise Eta übernimmt interimistisch bis zum Saisonende. Mit dieser Entscheidung schreibt der Klub Bundesliga‑Geschichte – erstmals wird eine Frau die Cheftrainer-Verantwortung für eine Männer‑Bundesligamannschaft tragen.

Eta betritt die Bühne nicht als Unbekannte: Schon im Mai 2024 hatte sie als Co‑Trainerin den Abstiegskampf der Köpenicker begleitet, nun soll sie in den verbleibenden fünf Spielen die entscheidenden Punkte sichern. Geschäftsführer Horst Heldt lobte Etas Bereitschaft und Vertrauen in die Mannschaft; Eta selbst sagte: „Ich habe die Überzeugung, dass wir mit dem Team die entscheidenden Punkte holen.“ Sportlich ist die Lage klar: Union hat fünf Spieltage vor Schluss noch sieben Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz – jetzt zählt jeder Punkt.

Eta übernimmt bei Union Berlin

Eta ist 34 Jahre alt und trägt Erfolge in sich, die man nicht übersieht. Als Spielerin, damals noch Marie‑Louise Bagehorn, feierte sie mit Turbine Potsdam drei deutsche Meisterschaften und den großen Triumph in der UEFA Women’s Champions League 2010 – Nächte, die ihr ein Gespür für Spitzenfußball und Teamchemie gaben. Verletzungen zwangen sie mit 26 zum Rückzug vom Feld; statt zu verzweifeln, drehte sie die Karriere um und wurde zur Ausbilderin von Talenten.

Stationen bei Werder Bremen, Engagements im DFB‑Nachwuchs und der Abschluss der Pro‑Lizenz machten Eta zur Trainerin mit Substanz. Ihr Stil wirkt ruhig, fokussiert und zugleich energisch – jemand, der aus eigener Erfahrung weiß, wie man Teams formt. Für Union ist es ein mutiger Schritt: ein historisches Signal, das über Resultate hinausweist, und zugleich eine sportliche Bewährungsprobe, in der Erfahrung, Klarheit und Teamgeist den Ausschlag geben werden.