SC Freiburg

Freiburgs Lucas Höler: „Ich bin mit ‚lebenslang grün-weiß‘ groß geworden“

Heute Nachmittag trifft der SC Freiburg auf den SV Werder Bremen. Freiburgs Stürmer Höler spricht im Interview mit der „BILD“ über die heutige Partie, seinen Heimatverein und seinen Wunsch für die Zukunft.

Höler: „Hauptsache wir haben ein Tor mehr als Werder“

Für den gebürtigen Bremer ist die Partie am heutigen Samstag ein ganz besonderes Spiel: „Ich habe die letzte Woche ganz viel Zeit damit verbracht, Karten für meine Familie und Freunde zu organisieren. Über 30 Tickets habe ich bestellt. Ich freue mich extrem, dass ich so gut unterstützt werde. Es ist ein ganz besonderes Spiel für mich.“

Der 25-Jährige spielt seit 2018 für den SC Freiburg und erhält von seiner Familie große Unterstützung: „Meine ganze Familie wohnt zwar in Bremen und ich bin auch mit lebenslang grün-weiß groß geworden, aber seit ich in der Bundesliga spiele, drücken sie vor allem mir und dem SC Freiburg die Daumen.“ Sollte Höler heute ein Tor gegen seinen Heimatverein gelingen, würde ihn das nicht von einem Jubel abhalten: „Es wäre mir auf jeden Fall keiner böse. Vielleicht würde einer meiner Freunde mir einen Spruch reindrücken, aber das wäre mir dann auch egal. Ich habe auch kein Problem damit zu jubeln. Ich komme zwar aus Bremen und liebe Bremen auch, aber ich habe ja nie für Werder gespielt.“

Für den Ausgang der Partie hat der Stürmer ein klares Ziel: „Das Ergebnis ist mir egal. Ob 1:0 oder 4:3, Hauptsache wir haben ein Tor mehr als Werder.“

Der Kindheitstraum vom Weserstatdion

Höler verfolgt Werder Bremen seit seinen frühen Kindheitstagen: „Seit ich denken kann. Nach meinem Wechsel zu Freiburg ist es etwas weniger geworden. Als richtigen Werder-Fan würde ich mich nicht mehr bezeichnen, weil Bremen jetzt ja auch ein Konkurrent ist. In meinem ersten Freiburg-Jahr haben beide Vereine um den Klassenerhalt gekämpft. Da war es besonders schwer Fan zu sein.“ Auch die Spiele verfolgt der Stürmer regelmäßig: „Wenn Werder und Freiburg nicht zeitgleich spielen, dann gucken meine Freundin und ich natürlich jedes Spiel. Ich freue mich auch, wenn sie gewinnen und drücke ihnen auch immer ein kleines bisschen die Daumen. Sobald es gegen Freiburg geht, ist das aber alles verflogen.“

In seiner Jugend stand Höler kurz vor einem Vertrag mit Werder Bremen: „In der F-Jugend wollte Werder mich haben, aber meine Eltern waren berufstätig und hätten mich nicht immer zum Training fahren können. Auch in der C-, B- und A-Jugend habe ich bei Werder vorgespielt. Es wurde dann aber immer gesagt, dass ich nicht die Körpergröße hätte. Ich war auch früher sehr klein, daran ist es gescheitert. Ich bin dann nach Oldenburg gewechselt. Nach einem Jahr hatte Werder wieder Interesse, aber ich habe mich für Mainz entschieden. Ich bin auch nicht traurig oder böse, dass es mit Werder nie geklappt hat.“

Hölers Traum ist es, irgendwann für seinen Heimatverein zu spielen. Wann und ob das klappen sollte, weiß er nicht: „Das kann ich Ihnen nicht sagen. Ich würde mir wünschen irgendwann im Weserstadion für Werder zu spielen. Das ist einfach ein Kindheitstraum von mir. Ich bin in Bremen aufgewachsen, das ist meine Stadt – auch wenn ich seit fünf, sechs Jahren weg bin. Ich vermisse die ganze Umgebung und ich denke nach meiner Karriere zieht es mich auch wieder dahin zurück. Aber ich fühle mich auch in Freiburg sehr wohl. Super Trainer, super Mannschaft, super Umfeld. Ich will hier im Moment gar nicht weg.“