SV Werder Bremen

Schwächste Abwehr der Liga – Wie baut Kohfeldt die Werder-Defensive um?

41 Gegentore, Platz 17. Aus der ernüchternden Bilanz der Bremer Hinrunde lassen sich viele Schlüsse ziehen. Allen voran, dass an der Weser die schwächste Abwehr der Bundesliga zu Hause ist. Die aktuelle Spielzeit begann mit einer Verletzungsmeldung nach der anderen. Und auch im neuen Jahr ist Florian Kohfeldt zum Umbau gezwungen. Denn der Hoffenheimer Neuzugang Kevin Vogt soll nicht nur die defensiven Ausfälle kompensieren. In erster Linie soll er die wackelige Defensive stabilisieren. Eine schwierige Aufgabe für den Innenverteidiger. Zudem stellt sich die Frage nach Kohfeldts System für die Rückrunde. So könnte die Werder-Abwehr mit dem Hoffenheimer Routinier aussehen.

Bremer Personalsorgen klingen auch in 2020 nicht ab

Trotz der Leihe von Kevin Vogt ist die Personalsituation in der der Bremer Defensive angespannt. Den ehemaligen Hoffenheimer Kapitän holte man auch aufgrund seiner Fähigkeiten auf der Sechserposition, um den verletzungsanfälligen Philip Bargfrede im Zweifel zu entlasten. Mit dem Transfer des 28-Jährigen bekommt der Bremer Kader einen Stammspieler. Dabei passt Vogts Profil in die zwei bevorzugten Systeme der Hinrunde mit einer Vierer- oder Dreierkette. Denn auf die Defensive müssen die Werderaner den Fokus in der Rückrunde legen. Die fehlende Stabilität, die Anfälligkeit und der Hang zu individuellen Fehlern ist ein maßgeblicher Bruch mit der starken letzten Saison gewesen.

Im Spiel gegen des FC Bayern zog sich Dauerbrenner Theodor Gebre Selassie eine Oberschenkelverletzung zu, die ihn den Rückrundenstart kosten wird. Michael Lang, ursprünglich als Ersatz für den immer wieder in die Innenverteidigung gestellten Selassie geholt, hatte in der Rückrunde weniger Einsätze als erhofft. Der Schweizer fällt nun ebenfalls mehrere Wochen aus. Damit muss Kohlfeldt die Systemplanung für die Rückrunde überdenken.

Vogt ist gesetzte Kraft – Chance für Eggestein oder Goller?

Immer wieder stellte der Werder-Coach klar, dass Ömer Toprak und Niklas Moisander gesetzte Kräfte in der Innenverteidigung sind. In der Hinrunde wurde den regelmäßigen Einsätzen des Sommer-Transfers aus Dortmund und dem Finnen verletzungsbedingt immer wieder ein Riegel vorgeschoben. Nur zwei mal standen die beiden gemeinsam auf dem Platz. Doch in der Rückrunde sollen die Routiniers ihren Rhythmus finden. Dabei ist Kevin Vogt keinesfalls Konkurrent. Agiert Florian Kohfeldt mit einer Dreierkette dürfte der Neuzugang die wichtige Rolle in der Mitte übernehmen. Dann werden entweder Johannes Eggestein oder Leonardo Bittencourt die Rolle als linker Schienenspieler übernehmen.

Unwahrscheinlicher ist eine Chance für Benjamin Goller oder Marco Friedl in dieser Rolle. Letzterer hat auf rechts das Nachsehen hinter Ludwig Augustinsson. Für eine Viererkette fehlt Werder derzeit der Linksverteidiger. Sobald Michael Lang oder Gebre Selassie zurückkehren, ist auch eine Systemumstellung zum 4-3-3 wieder möglich. Dann ist Vogt ein Kandidat für das defensive Mittelfeld. Hier zeigten der lange verletzte Philipp Bargfrede und Nuri Sahin immer wieder Unzulänglichkeiten. Die Bremer Defensive gewinnt durch Kevin Vogt einen variablen Faktor. Doch die Sorgen der schwächsten Abwehr der Liga wurden auch mit in das neue Jahr getragen. Kohfeldt kommt zum Rückrundenstart wohl nicht an einer Dreierkette vorbei. Es bleibt abzuwarten, ob aus der Not eine Tugend erwächst oder die Verletzungen von Gebre Selassie und Lang bittere Folgen nach sich ziehen.