TSG 1899 Hoffenheim

Alfred Schreuder im Kurzportrait

Nach fast drei Jahren mit Julian Nagelsmann auf dem Trainingsplatz und an der Seitenlinie beginnt am 29. Juni eine neue Zeitrechnung bei der TSG Hoffenheim. Alfred Schreuder, 46-j├Ąhriger Fu├čballlehrer aus den Niederlanden, hei├čt der Nachfolger, der das schwere Nagelsmann Erbe ├╝bernehmen wird.

„Fast“-Nationalmannschaftstrainer unter van Marwijk

Aber wer ist dieser Alfred Schreuder? Alfred Schreuder war vor seiner Trainerkarriere erfolgreicher Profi in der Erendivisie, der h├Âchsten Spielklasse in den Niederlanden. Auf ganze 338 Spiele brachte es der defensive Mittelfeldspieler, der f├╝r Feyenoord Rotterdam, RKC Waalwijk, NAC Breda, Twente Enschede und Vitesse Arnheim die Fu├čballschuhe schn├╝rte. In der Winterpause 2008/2009 musste Schreuder aufgrund vieler Verletzungen seine aktive Karriere als Profi beenden.

Seine ersten Trainererfahrungen machte der damals 36-j├Ąhrige direkt im Anschluss an seine Profi-Fu├čballerkarriere als Co-Trainer bei┬á Vitesse Arnheim. Nach nur einer halben Saison wechselte Schreuder zur├╝ck zu Twente Enschede, seiner vorletzten Station als Spieler. Dort wurde er Assistenz vom damaligen Coach Steve McLaren. Nach vier erfolgreichen Jahren in der ├Âstlichen Niederlande galt Schreuder als hei├čer Kandidat auf den Co-Trainerposten bei der Elftal. Der damalige Bondscoach Bert van Marwijk war gro├čer Schreuder-Fan und wollte ihn nach der EM 2012 als sein Assistenz in sein Trainerteam installieren. Dazu sollte es allerdings nicht kommen, da van Marwijk nach einer desolaten Europameisterschaft in Polen und der Ukraine durch Louis van Gaal ersetzt wurde und dieser kein Interesse an den Diensten Schreuders hatte.

In Hoffenheim kein Unbekannter

So blieb Schreuders Twente Enschede treu, wo er bereits 2013 ein halbes Jahr erste Erfahrungen als Chefcoach machen durfte. Lediglich aufgrund der fehlenden Fu├čballlehrer-Lizenz musste der Gelderl├Ąnder wieder zur├╝ck in das zweite Glied r├╝cken. Ein Jahr sp├Ąter hatte Schreuder die notwendige Lizenz erworben und konnte die Nachfolge von Michel Jansen als Cheftrainer von Twente Enschede antreten. Dort konnte er auch seine ersten internationalen Erfahrungen machen. Seine Mannschaft schied allerdings schon in der Qualifikation zur Europa League aus.

Nach nur einem Jahr und einem entt├Ąuschenden zehnten Platz musste Schreuder seinen Platz wieder r├Ąumen. Im Oktober 2015 wurde er dann vom damaligen Hoffenheim-Coach Huub Stevens als Co-Trainer zu den abstiegsbedrohten Kraichgauern geholt. Auch nach Amts├╝bernahme von Julian Nagelsmann Anfang 2016 blieb Schreuders bei der TSG und unterst├╝tze bis Anfang 2018 das Trainerteam des gro├čen Trainertalents.

Ajax-Schule: Schreuders Ideal vom Fu├čball

In der Winterpause der Saison 2017/2018 entschied sich der niederl├Ąndische Fu├čballlehrer, auch aus famili├Ąren Gr├╝nden, in seine Heimat zur├╝ckzukehren. Der damalige sowie heutige Ajax-Coach Erik ten Hag gab Schreuder die M├Âglichkeit mit einem jungen und, wie man in dieser Saison gesehen hat, sehr talentierten Kader Amsterdams sein Ideal von Fu├čball umzusetzen. Das typische 4-3-3 mit hoher Verteidigung und aggressivem Spiel ohne Ball. Der Erfolg Ajax Amsterdams blieb nat├╝rlich auch in Hoffenheim nicht unbemerkt. Nach Bekanntmachung des Wechsels von Julian Nagelsmann zum Ligakonkurrenten aus Leipzig, geriet Schreuder schnell in den Fokus von TSG-Manager Alexander Rosen. Dieser ist sich ganz sicher „mit Schreuder genau den richtigen Mann gefunden zu haben“.

„Mutig, frisch und offensiv“

Auch Hoffenheim-M├Ązen Dietmar Hopp schl├Ągt in die selbe Kerbe. „Er hat bereits bewiesen, dass er f├╝r einen Fu├čball steht, den auch die TSG Hoffenheim auszeichnet: mutig, frisch, offensiv.“ gab der 79-j├Ąhrige via Pressemitteilung zu Tage.

Alfred Schreuder ist in der n├Ąchsten Saison einer der insgesamt sechs neuen Trainer an der Seitenlinie der Bundesliga-Clubs.