Baumann auf den Spuren Neuers und Kahns

Hoffenheims Schlussmann Oliver Baumann steht kurz vor einem besonderen Eintrag in den Bundesliga-Geschichtsbüchern. Am 29. Spieltag kann der 35-Jährige in die Top 10 der Spieler mit den meisten Einsätzen im deutschen Oberhaus rutschen. Voraussetzung: Baumann steht am Freitagabend (20:30 Uhr) gegen den FC Augsburg wie gewohnt zwischen den Pfosten. Es wäre sein 518. Bundesligaspiel.
Damit würde der Routinier mit Michael Lameck gleichziehen, der seine kompletten Erstliga-Partien für den VfL Bochum bestritt. Baumann selbst ordnet solche Zahlen bodenständig ein. Nach seinem 500. Bundesliga-Auftritt im November sagte er dem Kicker: „Ich habe ja leider noch keinen Titel gewonnen, umso bedeutender sind deshalb individuelle Auszeichnungen.“
Die Bilanz des ehemaligen Freiburgers kann sich sehen lassen. In bislang 517 Partien hielt Baumann 114-mal die Null (aktuell geteilter 12. Platz im ewigen Ranking). 813 Gegentore musste er dabei hinnehmen. Nach fünf Spielzeiten beim SC Freiburg wechselte Baumann 2014 zur TSG Hoffenheim. Sportlich lief es dort nicht immer konstant, doch war er über Jahre ein stabiler Rückhalt.
Oliver Baumann bald Rekord-Spieler?
Diese Konstanz schätzt auch Bundestrainer Julian Nagelsmann. Nach dem Rücktritt von Manuel Neuer aus dem DFB-Team und den Ausfällen von Marc-André ter Stegen plant Nagelsmann Baumann als Nummer eins Richtung WM 2026 ein. Der Hoffenheimer habe es „in der WM-Quali herausragend gut gemacht“, sagte Nagelsmann vor den Länderspielen im März. Sein Deutschland-Debüt feierte Baumann im Oktober 2024 beim 1:0 gegen die Niederlande. Seitdem absolvierte er zehn von 14 möglichen Länderspielen.In dieser Saison könnte Baumann sogar noch Rang neun angreifen: Willi Neuberger steht bei 520 Einsätzen. Der Rekord gehört weiter Karl-Heinz Körbel (602). Um diese Marke zu erreichen, müsste Baumann allerdings über sein Vertragsende 2028 hinaus Bundesliga spielen. Mit Manuel Neuer (543) ist ein weiterer Torhüter in den Top 10 aktiv. Unrealistisch ist es für den Hoffenheimer zumindest nicht, HSV-Legende Manfred Kalz (581) und Oliver Kahn (557) einzuholen.



