Keine Liebe auf den letzten Blick: Der VfB und Trikotsponsor Winamax. Foto: Selim Sudheimer/Getty Images
Der Sponsorenstreit eskaliert weiter: Der VfB Stuttgart hat seinen ehemaligen Hauptsponsor Winamax verklagt. Der französische Wettanbieter habe den Schwaben eine ausstehende Millionensumme bislang nicht gezahlt.
Beim DFB-Pokalfinale (4:2 gegen Arminia Bielefeld) zierte kurzfristig nicht Trikotsponsor Winamax, sondern ein Schriftzug der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) das Shirt mit dem Brustring. Der Grund: Winamax schuldete dem VfB offenbar noch eine vereinbarte Summe von 2,5 Millionen Euro. Als Reaktion auf die ausstehende Zahlung feierten die Schwaben den Pokalsieg ohne den französischen Sponsor auf ihren Trikots.
Nun geht der VfB noch einen Schritt weiter: Der Bundesligist zieht gegen Winamax vor das Landgericht Stuttgart. Der Pokalsieger hat eine Klage gegen das Unternehmen vor der Zivilkammer eingereicht. Winamax habe „im Frühjahr 2025 alle Zahlungen aus dem Werbe- und Sponsoren-Vertrag eingestellt und auf zahlreiche Mahnungen keine Zahlungen geleistet“, erklärte der Verein. Daher seien der Rechtsweg „notwendig und unumgänglich“ ‒ alle bisherigen Bemühungen um eine außergerichtliche Schlichtung seien ohne erfolglos geblieben.
Das Pokalfinale war ein vorgezogener Vorgeschmack auf den zukünftigen Hauptsponsor. Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) wird ab der kommenden Saison dauerhafter Trikotsponsor des VfB Stuttgart. Das vorzeitige Debüt der LBBW auf den Trikots könnte jedoch auch Konsequenzen für den Klub haben. Winamax warf dem VfB vor, mit dem „für alle öffentlich sichtbaren“ Sponsorenwechsel zum Pokalfinale gegen „geltendes Vertragsrecht“ verstoßen zu haben. Darüber hinaus sei die Aktion „ruf- und geschäftsschädigend gegenüber unserem Unternehmen gewesen“, so Winamax.
Der Hauptsponsor missbilligte zudem die frühe Verkündung der Partnerschaft mit der Landesbank Baden-Württemberg. Der VfB gab die ab dem 1. Juli geltende Zusammenarbeit mit der LBBW bereits im September 2024 bekannt. Winamax habe den Klub gebeten, dies nicht zu tun. In einer Stellungnahme vor dem DFB-Pokalfinale, erklärte der Wettanbieter, dies habe dazu geführt hätte, dass „wir unsere vertraglich eingeräumten Rechte nur bedingt ausüben konnten.“
Abgesehen von den gegenseitigen Vorwürfen gibt es wenigstens eine Einigung der Parteien über die Restlaufzeit des Vertrags. Der Vertrag mit Winamax läuft am 30. Juni aus und wird nicht verlängert. Das dürfte vor allem für Anteilshaber Porsche eine gute Nachricht sein: Der Autobauer bewertete die Zusammenarbeit mit dem Wettanbieter schon seit dem Vertragsschluss vor zwei Jahren äußerst kritisch gesehen. Nun müssen sich die Streitparteien vor Gericht einigen.
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