Foto: Simon Hofmann/Bongarts/Getty Images
Knapp sechs Millionen Euro überwies der VfB Stuttgart zu Beginn der Saison an Estudiantes de La Plata, um sich die Dienste von Santiago Lionel Ascacibar zu sichern. Der Mittelfeldspieler stand schon länger auf dem Zettel einiger europäischer Vereine. Auch Diego Simeone, Trainer von Atlético Madrid, soll an dem 20-Jährigen interessiert gewesen sein. Letzten Endes entschied er sich jedoch für Schwaben. Diese zeigen sich der Hinrunde äußerst zufrieden mit der Verpflichtung des „Tigers“, wie er in seiner Heimat genannt wird.
Bereits nach seinem ersten Kurzeinsatz für die Stuttgarter fand sich der zentrale Mittelfeldspieler in der Startformation wieder. Seitdem ist er aus dieser nicht mehr wegzudenken. Am meisten zeichnet den jungen Argentinier seine Aggressivität aus. Nicht ohne Grund musste er bereits nach dem achten Spiel erstmals aufgrund einer Gelbsperre pausieren. Die positive Folge seiner Aggressivität: eine Zweikampfquote von knapp 60%. Damit zählt er zu den besten Zweikämpfern der Bundesliga.
Obwohl er seine Rolle äußerst defensiv interpretiert, ist er ein wichtiger Faktor im Aufbauspiel der Stuttgart. Etwa 84% seiner Pässe finden den Weg zu einem Mitspieler – ein starker Wert. Mit eine er Größe von lediglich 1,68 Metern zählt Ascacibar eher zu den kleineren Fußballern. Seine starke Physis macht dies jedoch wett. Auch bei Kopfbällen macht er es den, meistens größer gewachsenen, Gegenspielern enorm schwer an den Ball zu kommen.
Trotz der starken Leistungen von Ascacibar sieht man beim Aufsteiger noch mehr Potenzial in ihm. Bei den VfB-Anhängern ist er für seine Aggressivität und die kompromisslosen Zweikämpfe beliebt, aber teilweise scheint er noch zu überhastet in manchen Duellen. Des Weiteren wünscht man sich in Stuttgart noch eine größere Teilnahme am Offensivspiel, denn mit einer einzigen Torbeteiligung ist diese Quote durchaus noch ausbaufähig. Auch wenn seine Qualitäten eher für das Defensivspiel gedacht sind.
Insgesamt kann man ihn als den Spieler der Hinrunde des VfB bezeichnen, da er seine Ablöse durchaus rechtfertigte und seinen Marktwert sogar erhöhte. Während es für seinen Verein eine holprige Hinserie war, gelang es ihm seine Leistungen konstant zu halten. Auch in der Nationalmannschaft Argentiniens sieht man in Ascacibar bereits einen Nachfolger von Javier Mascherano, der seine Karriere ausklingen lässt.
Bis dato stehen zwar noch keine Länderspiele auf seinem Konto, dies könnte sich jedoch demnächst ändern. Einige Experten Argentiniens sehen ihn bereits als das fehlende Puzzlestück der „Albiceleste“. Man darf auf alle Fälle gespannt sein, wie sich Santiago Ascacibar in der Rückrunde schlägt. Sollte er seine Fähigkeiten weiterhin auf den Platz bringen und seine kleinen Schwächen wettmachen, dann ist es durchaus vorstellbar, ihn in den nächsten Jahren bei einem europäischen Spitzenklub zu sehen.
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