Bundesliga

Werder-Manager Baumann hofft auf Geisterspiele: „EM wird nicht stattfinden“

Seit Monaten befindet sich Werder Bremen im Abstiegskampf. Nach 24 absolvierten Partien steht man mit 18 Punkten auf Platz 17, der den direkten Abstieg bedeuten würde. Nun kommt durch das Corona-Virus mit der vorerst vorläufigen Unterbrechung des Spielbetriebs für alle Bundesligisten eine weitere Herausforderung hinzu. Bremens Sportdirektor Frank Baumann spricht sich allerdings klar gegen einen Saison-Abbruch aus.

„Absagen kann man auch später noch“

„Wir wünschen uns, dass die Saison zu Ende geht und man die Spiele absolvieren kann“, sagte Baumann am Freitag bei einer Pressekonferenz im Weserstadion. Vereinsinterne Unterstützung bekommt Baumann diesbezüglich auch von Hubertus Hess-Grunewald. „Ich halte nichts davon, sich hinzustellen und zu sagen: ‚Wir müssen den Spielbetrieb einstellen.‘ Absagen kann man noch zu einem späteren Zeitpunkt“, so der Werder-Präsident. Am Montag soll die DFL auf einer einberufenen außerordentlichen Mitgliederversammlung den 36 Profiklubs vorschlagen, den Spielbetrieb bis zum 2. April ruhen zu lassen. Die Bremer hoffen grundsätzlich, dass sie noch die Gelegenheit bekommen, sich selbstständig aus der sportlichen Misere zu befreien.

Dass dies in Anbetracht der jüngsten Geisterspiele nicht unter normalen Umständen möglich sein dürfte, ist den Hanseaten allerdings klar. „Wenn wir die Saison zu Ende spielen wollen, wird uns das auch in den nächsten Wochen erwarten“, weiß Baumann. „Ich gehe nicht davon aus, dass wir bis Mitte April eine Situation haben, in der wir in der Bundesliga mit 50 000 oder 80 000 Zuschauern rechnen können.“

Foto: Martin Rose/Bongarts/Getty Images

Baumann will reguläres Saison-Ende

Womit der 44-Jährige sehr wohl rechnet, ist „dass man davon ausgehen muss, dass die Europameisterschaft in der Form und zu dem Zeitpunkt nicht stattfinden wird.“ Eigentlich soll das Turnier am 12. Juni losgehen. Eine Absage würde den Klubs zwar Zeit verschaffen, allerdings laufen viele Spielerverträge bereits am 30. Juni aus. „Jetzt soll die Mannschaft erstmal runterkommen. Aber wir können nicht sagen: ‚Wir stellen den Betrieb komplett ein.‘ Denn wir gehen davon aus, dass die Saison weitergeführt werden kann und hoffen, dass wir keinen positiven Fall in der Mannschaft haben werden.“

Ein Saison-Abbruch könnte für Bremen angesichts der Tabellenkonstellation allerdings das naheliegendste Mittel sein, um den drohenden Gang in die Zweitklassigkeit tatsächlich noch zu verhindern. In diesem Fall würden die Platzierungen wahrscheinlich nicht gewertet. An solchen Gedankenspielen beteiligen will sich Baumann jedoch nicht. „Es geht jetzt nicht darum, irgendwelche Wünsche zu äußern. Wir müssen gerade eine Situation bewältigen, die es so auf dieser Welt noch nicht gab – zumindest seitdem ich auf der Erde bin.“