Frauenfußball

Final-Rückspiel: DFB-Frauen hoffen auf Titel und spanische Wut

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Nach einem 0:0 im Hinspiel in Kaiserslautern, wo die deutsche Frauen-Nationalmannschaft eine dominante Leistung nicht in Tore ummünzen konnte, kommt es am Abend in Madrid zu einem waschechten Finale. Die DFB-Frauen sind fest entschlossen, die Spanierinnen diesmal auswärts zu bezwingen und hoffen auf den ersten großen Titel seit 2016.

„Leistung aus Kaiserslautern zu Ende führen“

Der 2. Dezember ist für Christian Wück ein besonders Datum. An diesem Tag im Jahr 2023 gewann der 52-Jährige mit der deutschen U17-Nationalmannschaft der Männer in Indonesien die Weltmeisterschaft. Genau zwei Jahre später steht er wieder in einem Endspiel: Diesmal geht es im Final-Rückspiel mit den DFB-Frauen um den Nations-League-Titel. Dieser soll eingefahren werden, damit der 2. Dezember Wück auch weiterhin positiv in Erinnerung bleiben kann.

Seine Mannschaft soll aus einem überraschend dominanten Hinspiel am Freitagabend Kraft für das entscheidende Duell schöpfen. Gegen die favorisierten Spanierinnen kämpften die DFB-Frauen vor allem mit sich selbst und ihrer Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor. Trotz zahlreicher guter Chancen blieben sie ohne Torerfolg. „Es war sehr kräftezehrend und aufreibend für uns. Am freien Sonntag konnten die Spielerinnen auch mal mental abschalten“, sagte Wück über die Tage nach dem Hinspiel. Nach der Erholungsphase lag der „volle Fokus“ aber wieder auf dem Sportlichen. Der Bundestrainer hofft, dass seine Spielerinnen „die Leistung aus Kaiserslautern zu Ende führen können.“

Wück sieht nach Hinspiel Vorteil in „spanischer Wut“

Das Rückspiel findet vor einer besonderen Kulisse statt. Medienberichten zufolge wurden bereits über 45.000 Tickets für die Partie im prestigeträchtigen Estadio Metropolitano verkauft. Eine Bestmarke für die spanische Frauen-Nationalmannschaft, nachdem im vergangenen Jahr bereits rund 32.000 Fans ein Nations-League-Finale besucht hatten. „Es ist etwas ganz Besonderes in diesem Stadion spielen zu können“, freut sich Wück auf das Endspiel. Auch Mittelfeldspielerin Elisa Senß blickte mit großer Vorfreude auf das Wiedersehen in der Spielstätte von Atlético Madrid. „Ein Finale spielt man nicht jeden Tag. Es ist ein sehr schönes Stadion, mit hoffentlich sehr großer Kulisse. Wir freuen uns darauf“, so die 28-Jährige im Interview mit der „Sportschau“.

Nach der mangelnden Präzision am Freitag will das Team im Rückspiel die Schwächen im Abschluss abstellen. „Wir haben über die Szenen gesprochen. Wir waren griffig in den Zweikämpfen. Wenn wir die Grundlage wieder schaffen, kommen wir wieder zu unseren Torchancen. Es ist sehr wichtig, dass wir daran erneut anknüpfen und unsere Chancen dann effektiv nutzen“, sagte Senß am Montagabend über die Arbeit an der mangelnden Effizienz im Hinspiel.

Bundestrainer Wück hofft zudem, dass der Auftritt seiner Mannschaft am Freitag die Spanierinnen unter Druck gesetzt hat. Das Team von Trainerin Sonia Bermudez zeigte im Hinspiel eine schwache Leistung und könnte das Rückspiel mit Wut im Bauch angehen. „Ich gehe davon aus, dass sie druckvoll beginnen werden. Aber wütende Spielerinnen können auch Lücken aufreißen, weil sie die Defensive ein bisschen vernachlässigen“, erklärte Wück und hob den Vorteil für die DFB-Frauen hervor, sollten die Gegnerinnen nach einem „Ausrutscher“ mit Wut auftreten. Denn „je länger es 0:0 steht, desto mehr Räume, desto größere Chancen werden wir bekommen“, so der Matchplan des 52-Jährigen.

Bonmatí-Ausfall: Wück reagiert als fairer Sportsmann

Die schwere Verletzung von Ballon-d’Or-Gewinnerin Aitana Bonmatí spielt den Spanierinnen jedenfalls nicht in die Karten. Die Mittelfeldspielerin hatte sich am Sonntag im Training einen Wadenbeinbruch zugezogen und wird monatelang fehlen. Ein „derber Schlag“ für die Ibererinnen, so Kapitänin Irene Paredes. Bundestrainer Wück wollte am Montag jedoch nichts davon wissen, dass der Ausfall der 27-Jährigen seiner Mannschaft zugutekommen könnte.

Im Gegenteil: Der Unterfranke zeigte sich sportlich und wünschte der Taktgeberin des FC Barcelona „alles Gute und eine schnelle Genesung.“ Er hofft, dass die Verletzung „nicht so schlimm“ sei wie zunächst vermutet. „Trotz aller Rivalität“ sei es „wichtig, dass sie schnell auf den Platz zurückkehrt, weil sie eine exzellente Fußballspielerin ist“, zeigte sich Wück fair. Trotz des Ausfalls der spanischen Schlüsselspielerin bleibt die Herangehensweise unverändert. Die spanische Mannschaft sei „in der Lage, jede Spielerin zu ersetzen“, warnte der Bundestrainer und betonte: „Daher tangiert uns das in unserer Art Fußball zu spielen nicht.“

Gelingt den DFB-Frauen der große Triumph?

Am Dienstagabend (18:30 Uhr, live in der „ARD“) zählt für die DFB-Frauen allerdings nur eines: das von Wück vor rund anderthalb Wochen gesteckte Ziel zu erreichen und die Nations League zu gewinnen. Für die deutschen Fußballerinnen wäre es der erste große Titel seit der Goldmedaille bei den Olympischen Spielen 2016. Elisa Senß ist optimistisch und sprach von einer Überzeugung innerhalb der Mannschaft, dass sie das Rückspiel gewinnen kann.

Die Partie habe ohnehin einen besonderen Reiz, so die Mittelfeldspielerin von Eintracht Frankfurt: „Das Schöne am Fußball ist, auf so hohem Niveau performen zu dürfen. Das sind die Spiele, die man spielen und gewinnen will.“ Für Bundestrainer Wück wäre es die Krönung seiner bisherigen Amtszeit bei den DFB-Frauen: „Wir wollen die Entwicklung der Mannschaft greifbar machen, mit einem Titel ist das am einfachsten. Wir wollen, dass die Spielerinnen sich belohnen. Das wäre perfekt, so kurz vor Weihnachten.“

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Veröffentlicht von
Maximilian Dymel

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