Nationalmannschaft

Löw schützt Doppeltorschütze Gündogan und Rot-Sünder Can: „Beide gegen Krieg“

Beim 3:0 in Estland standen auf Seiten der deutschen Mannschaft zwei Spieler besonders im Fokus. Bereits Vorfeld der Partie wurde publik, dass die Nationalspieler Ilkay Gündogan und Emre Can auf Instagram einen Beitrag mit politischem Hintergrund geliked hatten. Hinterher waren die beiden türkischenstämmigen Profis auch auf dem Platz die Hauptprotagonisten. Can musste erstmals in seiner Karriere vorzeitig duschen, Gündogan hatte im DFB-Dress vorher noch nie doppelt getroffen.

Löw: „Er hat die Mannschaft geführt“

Von der Aufregung um ein Instagram-Foto, auf dem Spieler der türkischen Nationalmannschaft salutieren, habe Löw „kurz vor der Abfahrt ins Stadion erfahren“. Sowohl Can als auch Gündogan hatten das Bild zunächst geliked. Politischer Hintergrund des Salutierens ist der Militäreinsatz der Türkei im Norden Syriens. „Logischerweise habe ich mich auf das Spiel konzentriert. Ich habe auch erfahren, dass beide sofort ihre Likes weggenommen haben“, so Löw. „Wer beide Spieler kennt, weiß, dass sie gegen Terror, gegen Krieg sind. Das beste Statement hat Ilkay auf dem Platz gegeben mit seinem Spiel. Er hat die Mannschaft in Unterzahl hervorragend geführt im Mittelfeld“, sagte er hinsichtlich der zwei Tore des Profis von Manchester City. Cans rote Karte sei berechtigt gewesen. Der Juve-Star „grätschte, er trifft auch den Mann und er ist sozusagen letzter Mann.“ Der 25-Jährige musste damit in der 14. Minute den schnellsten Platzverweis in der Geschichte der deutschen Nationalmannschaft hinnehmen.

Foto: Martin Rose/Bongarts/Getty Images

Gündogan: „Keine politische Botschaft“

Anschließend äußerte sich der 28-Jährige wie zuvor bereits gegenüber dem „kicker“ nochmals zu dem Foto. „Dass dann gerade wir zwei herausgepickt werden und so eine Geschichte daraus gemacht wird, ist ein bisschen schade. Dahinter war natürlich keine politische Absicht. Emre und ich sind beide konsequent gegen jeglichen Terror und jeglichen Krieg, Egal wo er stattfindet. Deswegen war das als reine Unterstützung für unseren Freund gedacht.“ Der Siegtorschütze Cenk Tosun wurde in Wetzlar geboren und spielte mit Güngogan zusammen in der deutschen U-21. Der Schützling von Pep Guardiola „dachte, ich like ein Foto von einem sehr guten Freund, mit dem ich zeitweise in Manchester zusammengelebt habe und der gerade eine schwierige Zeit bei Everton hat, kaum spielt und jetzt ein Tor schießt, Selbstvertrauen kriegt, seine Mannschaft zum Sieg führt.“