Foto: Matthias Hangst/Bongarts/Getty Images
In der letzten Woche stellte Bundestrainer Joachim Löw seine Analyse zum desolaten Auftritt des DFB-Teams bei der Weltmeisterschaft in Russland vor. Nicht wenige hatten sich hierbei erhofft, dass Löw einen großen Neuanfang verkünden würde. Doch zur großen Enttäuschung stellte der Bundestrainer klar, weiter an seinem Konzept festhalten zu wollen. Gegen Frankreich bestätigte er sein Vorhaben und machte damit weiterhin deutlich: Umbruch? Von wegen! Ein Kommentar zu Löws taktischer Vorgehensweise beim gestrigen Nations-League-Kracher gegen den amtierenden Weltmeister Frankreich.
Bereits vor Anpfiff war klar zu erkennen, dass sich Löw von der im Zuge seiner WM-Präsentation heftig einprasselnden Kritik der Medien hatte nicht irritieren lassen. So wagte er keinerlei Experimente, indem er beispielsweise, wie von vielen Seiten gefordert, deutlich mehr auf junge Spieler setzte. Stattdessen vertraute er in der Startformation einzig den Spielern, die bei der WM in Russland versagt hatten. Neuer stand dementsprechend im Tor, die Vierer-Abwehrkette bildeten Rüdiger, Hummels, Boateng und Ginter. Davor agierte als alleiniger Sechser Kimmich. Die Zehnerposition teilten sich Kroos und Goretzka, während Reus und Müller auf den Außenbahnen agierten. Vorne im Sturm bot Löw Timo Werner auf.
Neben den ausstehenden personellen Veränderungen nahm Löw auch keinerlei Veränderungen im taktischen Bereich vor. Demzufolge konnte man wie schon bei der WM lange Ballstafetten der deutschen Mannschaft sehen. Zugleich war aber auch das Problem mit der fehlenden Durchschlagskraft allgegenwärtig. Besonders in der Schlussphase wurde dies einmal mehr offensichtlich. So verbaselte die Löw-Elf gleich mehrere gute Chancen.
Einen kleinen Lichtblick gab es im Spiel der DFB-Elf dann aber doch noch. So agierte man entgegen dem Auftreten in Russland defensiv deutlich stabiler. Folglich war von gravierenden Fehlpässen und folgenschweren Stellungsfehlern nicht allzu viel zu sehen. Die Sicherheit im Passspiel rührte jedoch zum Teil auch daher, dass von den DFB-Kickern bevorzugt der Sicherheitspass gewählt wurde. Risiken wurden damit nicht eingegangen, was sich letztlich zu Lasten der Offensive auswirkte.
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