Stuart Franklin/Getty Images for Volkswagen
Am Freitagabend gegen Luxemburg (2:0) saß der gelbgesperrte Karim Adeyemi neben dem vierten Torhüter auf der Tribüne. Schon da war klar, dass ein anderer Feldspieler diese Rolle im abschließenden WM-Quali-Spiel übernehmen würde, wenn der BVB-Profi wieder einsatzbereit ist. Bundestrainer Julian Nagelsmann hatte bereits vergangene Woche angedeutet, dass dies Saïd El Mala betreffen könnte. Eine Rückkehr zur U21 nach dem Auswärtsspiel in Luxemburg sei möglich, so der 38-Jährige. Am Samstagabend bestätigte der DFB schließlich, dass El Mala nicht im Kader für die Partie gegen die Slowakei stehen und wieder zu den Junioren stoßen würde.
Die Entscheidung habe jedoch nichts mit Nagelsmanns Eindrücken vom 19-Jährigen oder dessen Trainingsleistungen zu tun. Vielmehr handelte es sich um einen „guten Kompromiss“ zwischen der A-Nationalmannschaft und Antonio Di Salvo. Der Nachwuchstrainer benötigt El Malas Qualitäten für das wichtige EM-Qualifikationsspiel der U21 gegen Georgien am Dienstag. Daher habe Nagelsmann Anfang der Woche mit dem „Effzeh“-Shootingstar gesprochen und „beschlossen, dass er zur U21 stößt“, wie er auf der Pressekonferenz erklärte.
Trotz seiner vorzeitigen Abreise habe sich El Mala beim DFB-Team „gut geschlagen, es war sein erstes Mal bei uns. Er hatte nicht viele Trainingseinheiten, aber er hat einen guten Eindruck hinterlassen“, lobte der Bundestrainer. Auch vom Charakter des 19-Jährigen war er angetan: „Er ist demütig genug, aber trotzdem frech genug.“ Nagelsmann wollte die überraschende Nominierung des Talents nutzen, um im Training „ein Gespür dafür zu bekommen, ob er für die WM schon in Frage käme.“ Da vor dem entscheidenden Spiel für die direkte WM-Qualifikation keine weiteren Einheiten mehr geplant waren, „ist seine Trainingszeit de facto vorbei.“
Daher würde es „nichts bringen, wenn er bei uns fünf Minuten spielt, aber bei der U21 länger spielen könnte“, betonte Nagelsmann. El Mala saß gegen Luxemburg 90 Minuten auf der Bank und kam noch nicht zu seinem A-Länderspieldebüt. Darauf muss er bis frühestens 2026 warten, aber mit Blick auf die WM auch bestimmte Anforderungen erfüllen. „Er muss in Köln unangefochtener Stammspieler werden und den Anspruch haben, die Baustellen, die ihm Lukas Kwasniok und ich mitgegeben haben, zu beseitigen“, forderte Nagelsmann vom jungen Offensivspieler. Gelingt ihm das, „dann hat er auch die Möglichkeit, bei der Nationalmannschaft für Furore zu sorgen.“
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