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Nationalmannschaft

Setzt Jogi Löw gegen Frankreich endlich auf die junge Garde?

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Nach zwei absolvierten Spielen steht die deutsche Nationalmannschaft in der Nations League sieg- und torlos am Tabellenende der Gruppe A1. Nur drei Tage nach der ernüchternden 0:3-Schmach in den Niederlanden geht es für die Mannschaft von Joachim Löw nun gegen Frankreich. Vor dem Kräftemessen mit dem amtierenden Weltmeister ist der Druck auf den Bundestrainer abermals drastisch gestiegen. Für das wichtige Spiel in Paris hat Löw bereits „die ein oder andere taktische sowie personelle Veränderung“ angekündigt.

Löw: „Wir haben nichts zu verlieren“

Die euphorisierten Franzosen sind der haushohe Favorit, die kriselnden Deutschen kämpfen gegen den Abstieg – soweit die Gruppenkonstellation. Was unter dem Eindruck der zuletzt schwachen Auftritte jedoch völlig in den Hintergrund gerät: mit einem Erfolg über Frankreich würde sich Deutschland vor dem Rückspiel gegen die Niederlande in eine hervorragende Ausgangsposition bringen und mit dem Team von Trainer Didier Deschamps nach Punkten gleichziehen. „Wir haben in der Gruppe im Moment nichts zu verlieren“, weiß Löw. „Wir können nur gewinnen.“

Der 58-Jährige ließ wissen, dass die Niederlage gegen Oranje „für alle schmerzlich“ gewesen sei. Er bekannte allerdings auch: „Für mich kam es nicht ganz unerwartet. Es war klar, dass unser Weg nicht gleich wieder auf allerhöchsten Niveau abläuft.“ Aufgrund seiner Aufstellung prasselte auf Löw nach dem Schlusspfiff in Amsterdam vonseiten der Medien und der Fans viel Kritik ein. Der einstimmige Vorwurf: Löw halte zu lange an den formschwachen Ex-Weltmeistern fest, der jungen Generation gebe er hingegen keine echte Chance.

Brandt, Sané und Co. hoffen auf ihre Chance

Doch Löw betonte, dass er Kritik zwar annehmen könne, es allerdings auch verstehe, sie auszublenden. „Wenn man 0:3 verliert, überlegt man natürlich, was man verändern kann“, räumte er ein. Wie schon bei der WM sei man zu „konteranfällig“ gewesen, es brauche nun zudem „andere Automatismen in der Offensive“. Man müsse „jetzt alle Kräfte bündeln und das gutmachen, was wir in den Niederlanden versäumt haben.“ Nach der herben Pleite lag der Schwerpunkt in den letzten Tagen darauf, „dass wir die Spieler wieder aufrichten und die richtigen Maßnahmen treffen.“

Seinen aktuell nicht mehr unumstrittenen Kapitän stellt Löw nicht in Frage, Manuel Neuer werde definitiv „im Tor stehen“. Jerome Boateng ist mit muskulären Problemen abgereist, für ihn dürfte Niklas Süle auflaufen. Dass Thilo Kehrer in die Startelf rutscht, etwa für Mats Hummels, darf bezweifelt werden. Im Mittelfeld gelten Joshua Kimmich und Toni Kroos als gesetzt, Sebastian Rudy oder Julian Draxler könnten für Emre Can in die Mannschaft rücken.

Mehr als fraglich ist, ob Thomas Müller wieder von Beginn an aufläuft. Spannend wird, ob Löw die Youngster wie Julian Brandt, Serge Gnabry oder Leroy Sané endlich von der Leine lässt. Klar zu sein scheint, dass die durch etliche Verletzungsabsagen dezimierte deutsche Mannschaft dringend frisches Blut benötigt, will sie, unabhängig vom Ergebnis, die Zuschauer ein Stück weit versöhnen.

Voraussichtliche Aufstellungen:

Frankreich: Lloris – Pavard, Varane, Kimpembe, Hernandez – Pogba, Kanté – Mbappé, Griezmann, Matuidi – Giroud

Deutschland: Neuer – Ginter, Süle, Hummels, Hector – Kimmich – Draxler, Kroos – Brandt, Werner, Sané