Foto: SASCHA SCHUERMANN/AFP via Getty Images
Joshua Kimmich gehört beim FC Bayern längst zum Stamminventar. Mit 25 Jahren hat er bereits viermal die Deutsche Meisterschaft und zweimal den DFB-Pokal gewonnen. Auf und neben dem Platz wächst Kimmich immer mehr in die Rolle des Führungsspielers hinein, sein Wort hat Gewicht. Das ist auch in der Nationalmannschaft so, für die er mittlerweile 48 Spiele absolviert hat. In den vom Coronavirus geprägten Zeiten bezieht er Stellung.
„Die Krise hat uns alle entschleunigt. Jeder hat gemerkt, in was für einem Rhythmus wir uns in unserer Gesellschaft sonst immer befinden“, sagte Kimmich im Gespräch mit der „Abendzeitung München.“ „Jetzt ging es fast von 100 auf 0. Es wartet zwar hoffentlich noch der Saisonabschluss auf uns, aber gefühlt ist es wie eine Sommerpause, auch wenn wir nicht trainingsfrei haben. Insgesamt ist es eine beklemmende Zeit.“ Die hat der Rekordmeister aber immerhin genutzt, um Hansi Flicks Vertrag bis 2023 zu verlängern – zur Freude von Kimmich. „Er hat einen sehr guten Zugang zu uns Spielern, zu der Mannschaft.“ Der im letzten Sommer als Assistent von Ex-Coach Niko Kovac geholte Flick „schafft es auch, den gesamten Staff mitzunehmen. Er vermittelt jedem bei uns Wertschätzung und Wichtigkeit.“
Nicht ganz so eindeutig positioniert sich Kimmich hinsichtlich einer Fortsetzung des Spielbetriebs im Mai. „Die Meinungen werden zwiegespalten sein“, so der Mittelfeldmann. „Aber ich glaube schon, dass sich viele bestimmt freuen würden, wenn sie wieder Fußball schauen könnten, auch wenn erstmal dauerhaft vor dem Fernseher. Auf der anderen Seite ist es dennoch schwierig und muss begründet und gesellschaftlich tragfähig sein. Die Gesundheit jedes Einzelnen, der Menschen steht über allem und muss daher die Grundlage bei allen zu treffenden Entscheidungen sein“, ist sich der frühere Leipziger der Ernst der Lage bewusst.
Doch trotz aller Widrigkeiten hofft Kimmich weiterhin auf den ganz großen Wurf. Das Triple sei „machbar“, allerdings warnt er davor, „direkt in eine solche Euphorie auszubrechen. Wir hatten definitiv schon einige richtig gute Spiele dabei in dieser Saison, aber eben auch andere, in denen wir zu anfällig waren.“ Kimmich weiß: „Das können wir uns auf internationalem Topniveau nicht erlauben. Gerade in der Champions League hängt viel von der Tagesform ab.“
Dass Bayern alle Möglichkeiten hat, steht für ihn jedoch außer Frage. Man habe „eine starke Mannschaft, sehr viel Potenzial und Qualität. Und in naher Zukunft wird der Umbruch bestimmt noch weiter vorangetrieben. Wir sind aber auch jetzt schon gut aufgestellt, im internationalen Vergleich haben wir in dieser Saison bislang gut abgeschnitten. Ich würde sagen: Wir sind bereit.“
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