DR Kongo schlägt Jamaika in der Verlängerung (Photo by Simon Barber/Getty Images)
Die Demokratische Republik Kongo hat Geschichte geschrieben: Mit einem dramatischen 1:0 nach Verlängerung gegen Jamaika lösten die Leoparden erstmals seit 52 Jahren wieder das Ticket zur FIFA‑Weltmeisterschaft – und das ausgerechnet im allerersten direkten Duell beider Teams.
Im finalen Qualifikationsspiel in Zapopan, Mexiko, stand für beide Nationen enorm viel auf dem Spiel. Es ging um die erst zweite WM‑Teilnahme ihrer jeweiligen Historie. Jamaika war trotz nur einer Niederlage in neun Partien (6 Siege, 2 Remis) im Vorfeld klarer Außenseiter. Und doch begann der Kongo furios: Schon nach vier Minuten landete ein flacher Elia‑Pass im Fünfmeterraum bei Cédric Bakambu, der einschob – doch die Fahne ging hoch. Abseits. Jubel erstickt.
Der Druck blieb gewaltig. Nach einer Viertelstunde köpfte Bakambu aus Mbukus Freistoß gefährlich aufs Tor, aber Keeper Andre Blake fing sicher. Es war Einbahnstraßenfußball. Schüsse, Hereingaben, zweite Bälle – Jamaika kam kaum zum Durchatmen. Erst um die 30. Minute meldeten sich die Reggae Boyz, als Kasey Palmer nach Ablage von De Cordova‑Reid abzog. Ein Block rettete zur Ecke. Kurz vor der Pause schepperte Elia sogar am Aluminium – die Überlegenheit blieb ohne Lohn.
Nach dem Wiederanpfiff machte der Kongo weiter, als wäre keine Sekunde vergangen. Bakambu zirkelte aus 20 Metern, doch Blake lenkte glänzend zur Ecke. Jamaika hing tief in den Seilen, hielt aber das 0:0. Trainer Sébastien Desabre wechselte, suchte den Funken. Und tatsächlich: Theo Bongonda brach durch, legte quer, Bakambu schob ins leere Tor – wieder Abseits. Zum zweiten Mal.
So musste die Verlängerung entscheiden. Dort zahlte sich die Dauerbelagerung endlich aus: In der 100. Minute rutschte ein abgefälschter Cipenga‑Eckball vor die Füße von Axel Tuanzebe, der aus kurzer Distanz über die Linie drückte.
Auf den Rängen wogte die Spannung, jedes Abseitssignal schnitt wie ein Messer durch den kongolesischen Jubel. Blake wuchs, während Jamaika auf den Lucky Punch hoffte. Doch als der Schlusspfiff ertönte, brachen bei Les Leopards alle Dämme: Spieler fielen sich in die Arme, Trainer und Betreuer rannten aufs Feld – eine Rückkehr auf die größte Bühne, erkämpft mit Geduld und Wucht.
Trotzdem war es noch nicht vorbei: Jamaika warf alles nach vorn, fand aber keinen Weg durch die kongolesische Abwehr. Späte Chancen von Edo Kayembe und Bakambu zum 2:0 blieben ungenutzt – doch das spielte keine Rolle mehr: Der Kongo fährt zur WM.
In der Gruppenphase warten nun Portugal, Usbekistan und Kolumbien in Gruppe K. Jamaika hingegen muss den Traum von der zweiten Endrunden‑Teilnahme erneut vertagen.
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