Europa League

Frankfurts Weg ins Halbfinale der Europa League – Ein Rückblick

Vor der Saison hätten nur die allerwenigsten Frankfurt den Einzug ins Europa-League-Halbfinale zugetraut. Schon die Gruppenphase hatte es schließlich in sich. Mit Lazio Rom und Vorjahres-Finalist Olympique Marseille wurden den Hessen direkt zwei harte Brocken zugelost. Hinzu kamen der miserable Saisonstart in der Bundesliga und das peinliche Pokal-Aus gegen den Viertligisten SSV Ulm. Die Anlaufschwierigkeiten überwand das Team von Trainer Adi Hütter jedoch schnell und spielte sich anschließend in einen regelrechten Rausch. Nun steht dem Final-Einzug nur noch der FC Chelsea im Weg. Ein Rückblick.

Spritztour durch die Vorrunde

Niko Kovac war im Sommer nicht der einzige Fixpunkt, dessen Abgang Sportvorstand Fredi Bobic kompensieren musste. Kevin-Prince Boateng ging nach Italien, Marius Wolf zog es zu Dortmund, Lukas Hradecky wechselte nach Leverkusen und auch Real-Leihgabe Omar Mascarell verließ die Mainmetropole. Daher wurde der Eintracht vielerorts eine schwierige Spielzeit prognoszitiert. Das der amtierende Pokalsieger mehr als holprig startete, war Wasser auf die Mühlen aller Kritiker. Längst hat Frankfurt jedoch alle Skeptiker eines Besseren belehrt.

Das Auftaktspiel in Marseille gewannen die Adler trotz eines frühen Rückstands und halbstündiger Unterzahl durch ein spätes Jovic-Tor mit 2:1. Es sollte der Startschuss für eine bis hierhin fulminante Europa-League-Runde werden. Im anschließenden Heimspiel fertigte die Hütter-Elf Lazio dann auch dank eines Doppelpacks von Danny da Costa souverän mit 4:1 ab. Damit hatte man bereits einen großen Schritt Richtung Zwischenrunde gemacht. Im Anschluss entschied Frankfurt auch die beiden Partien gegen Außenseiter Apollon Limassol (2:1, 2:3) für sich. Das Weiterkommen war somit schon nach dem 4. Spieltag perfekt. Ganz ohne Druck ließ man daraufhin einem 4:0-Heimerfolg gegen Marseille gar noch ein 2:1 in Rom folgen. Die Gruppenphase mutete hintenraus wie ein Spaziergang an. 18 Punkte aus sechs Spielen holte sonst nur der Leipzig-Albtraum aus Salzburg.

Fans tragen Frankfurt ins Halbfinale

In der Zwischenrunde wartete mit Shakhtar Donetsk ein Champions-League-Absteiger. Im Hinspiel musste die Ukrainer nach einem Platzverweis zwar 80 Minuten lang in Unterzahl agieren, trotzten den Frankfurten aber dennoch ein Remis ab. Winter-Neuzugang Martin Hinteregger netzte ebenso ein wie der einstige HSV-Flop Filip Kostic, der da bereits sein drittes Tor im laufenden Wettbewerb erzielte. Im Rückspiel machte die Eintracht dann kurzen Prozess und schoss Donetsk mit 4:1 aus der Commerzbank-Arena. Im Achtelfinale wurde es gegen Inter Mailand hingegen extrem knifflig. Zuhause kam das sonst so torlaunige Frankfurt nicht über ein 0:0 heraus, Inter vergab dabei obendrein einen Elfmeter. Im San Siro bewies man seinerseits jedoch Nervenstärke und schlug die favorisierten Nerazzurri durch ein frühes Tor von Jovic mit 1:0.

Dessen Ex-Verein Benfica Lissabon wurde im Viertelfinale dann die erwartet große Hürde. Nach dem 2:4 in Portugals Haupstadt schien den Hessen der Stecker gezogen. Doch mithilfe der fantastischen Fans, einer kämpferischen Leistung und des Schiedsrichters, der vor dem 1:0 eine glasklare Abseitsstellung von Kostic übersah, gewann man das Rückspiel mit 2:0 und darf sich nun mit dem FC Chelsea messen. Während die Londoner die Europa League erst 2013 gewonnen haben, geht Frankfurts Erfolg als Europapokal der Pokalsieger bis ins Jahr 1980 zurück. Der Sensations-Halbfinalist hat in dieser Saison jedoch mehrfach eindrucksvoll bewiesen, dass mit ihm zu rechnen ist.

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