Klub-Weltmeisterschaft

„Schlechteste Idee jemals“: Klopp kritisiert Klub-WM erneut scharf

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Jürgen Klopp gilt als einer der größten Kritiker der reformierten FIFA Klub-Weltmeisterschaft. Bereits im Februar kritisiert der Head of Global Soccer bei Red Bull das neue Turnierformat scharf, nun legte er in der „Welt am Sonntag“ nach.

Klopp starker Kritiker: Klub-WM „sinnlos“

„Sinnlos.“ So bezeichnete Jürgen Klopp die Reform der Klub-WM im Februar. Auch nachdem die Gruppenphase des Turniers gespielt wurde, ist der 58-Jährige kein Freund des aufgeblähten FIFA-Wettbewerbs. Der einstige Trainer von Mainz, dem BVB und Liverpool fand gegenüber der „Welt am Sonntag“ deutliche Worte. Die Klub-WM sei „die schlechteste Idee, die jemals im Fußball umgesetzt wurde“, so Klopp.

Darüber hinaus sei diese Idee von „Leuten“ erdacht worden, „die mit dem Tagesgeschäft noch nie etwas zu tun hatten oder nichts mehr damit zu tun haben.“ Vermutlich ein Seitenhieb gegen FIFA-Präsident Gianni Infantino, der sich stolz als Hauptinitiator der Reform präsentiert. Klopps größter Kritikpunkt an der aufgestockten Klub-Weltmeisterschaft ist der vollere Kalender und die daraus resultierende höhere Belastung für die Spieler.

Turnier birgt höheres Verletzungsrisiko

Durch das zusätzliche Turnier, das für die teilnehmenden Vereine aufgrund seines Preisgeldes nicht unerheblich ist, könnten sie „Verletzungen erleiden, die sie noch nie hatten. Wenn nicht in der kommenden Saison, dann passiert es bei der WM [2026, ebenfalls in den USA] oder danach.“ Klopp war schon in den letzten Jahren kein Freund der immer mehr gefüllten Spielpläne. Die zahlreichen Turniere seien ihm weiterhin zu viel, wie er erneut bekräftigte.

„Vergangenes Jahr Copa und EM, dieses Jahr Klub-WM und im kommenden Jahr dann die WM. Das bedeutet für die Spieler, die dabei sind, keine wirkliche Erholung, weder körperlich noch geistig“, so der gebürtige Stuttgarter. Klopp sieht die wenigen Pausen und stets wichtigen Pflichtspiele als Gefahr für die Profis. „Wir erwarten von den Jungs ständig, dass sie in jedes Spiel gehen, als wäre es das Letzte. Das sagen wir ihnen 70-, 75-mal pro Jahr. Aber das geht so nicht weiter“, wurde er deutlich.

Überladung auf Kosten des Fußballs?

Wenn diese Probleme nicht angegangen werden, ist sich Klopp sicher, verliert der Fußball als Ganzes an Attraktivität. „Wir müssen dafür sorgen, dass sie Pausen haben, denn wenn sie die nicht bekommen, können sie auf Dauer keine Topleistungen abrufen – und wenn ihnen das nicht mehr gelingt, verliert das ganze Produkt für die Verkäufer an Wert.“ Es ärgere ihn, dass Turniere dieser Art heutzutage „auf dem Rücken der Spieler“ ausgetragen werden.

Er zog auch Vergleiche zu anderen großen Sportarten: „Ein Spieler in der NBA, der auch richtig gut verdient, hat jedes Jahr vier Monate Pause. Das hat Virgil van Dijk in seiner ganzen Karriere nicht mal zusammen.“ Van Dijk — der unter Klopp beim FC Liverpool stets eine wichtige Rolle gespielt hatte — hatte seit Jahren wenig Auszeit. Immerhin kann der Niederländer jetzt ein wenig ausruhen: Mit dem FC Liverpool ist er nicht bei der Klub-WM vertreten.

Klopp nicht allein mit Kritik aus (Ex-)Trainersicht

Klopp ist nicht der einzige (Ex-)Trainer, der das reformierte Turnier in letzter Zeit scharf kritisierte. Erst am Samstag machte Chelsea-Trainer Enzo Maresca seinem Frust Luft. Der 45-Jährige haderte vor allem mit den Wetterbedingungen vor Ort. Wegen eines Unwetters dauerte das Achtelfinalspiel des FC Chelsea gegen Benfica Lissabon (4:1) fast fünf Stunden, bis der Sieger feststand. Schiedsrichter Slavko Vincic hatte die Partie nach 86 Minuten unterbrochen, da drohende Blitzschläge eine Fortsetzung zu gefährlich machten.

Kein Freund des US-Wetters: Enzo Maresca. Foto: David Ramos/Getty Images

Nach der Unterbrechung kassierte Chelsea in der Nachspielzeit ein Gegentor und musste in die Verlängerung. Sehr zu Marescas Unverständnis: „Das hat mit Fußball nichts zu tun“, tobte der Italiener nach dem Abpfiff. Spielabbrüche wie jener in Charlotte sind bei der Klub-WM keine Seltenheit. Bisher mussten sechs Partien an verschiedenen Orten wetterbedingt unterbrochen werden. Dies veranlasste einen wütenden Maresca zu der Aussage, dass die USA kein guter Austragungsort seien.

Aussagen zur Klub-WM: mehr Schein als Sein?

„Ich kann verstehen, dass man den Spielbetrieb aus Sicherheitsgründen unterbrechen muss. Aber wenn sieben oder acht Spiele unterbrochen werden, ist das wahrscheinlich nicht der richtige Ort für diesen Wettbewerb“, so der Coach. Es folgte ein — zugegebenermaßen nicht vollständiger — Vergleich mit anderen Wettbewerben. „Wie viele Spiele werden bei einer WM unterbrochen? Null. Wie viele in Europa? Null“, führte Maresca aus.

Mit Blick auf das unterbrochene Achtelfinalspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Dänemark bei der letztjährigen EM keine ganz zutreffende Aussage. Allerdings war Marescas Grund zur Wut —, wenn auch hochemotional, — dadurch nicht weniger berechtigt. Obwohl der Italiener die Klub-WM auf Nachfrage als „fantastisch“ und „top“ bezeichnete, ist zu bezweifeln, ob er wirklich so ein großer Fan des Turniers ist. Für die Wetterprobleme hatte Maresca übrigens keine Lösungsvorschläge. Lediglich eine Erkenntnis: „Irgendetwas läuft falsch.“

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